Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

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"ES gib5 gutmüßsige Seslen ....., die da meinen, mit dem 
Frieden des Evangeliums, den die Heilige Allianz verheiße, 
EZ 17 181 sei auch schon der ewige Friede zur Zrde gekommen"( . 
Murhard hält nichts von diesem auf das Evanzelium gegrüns 
üdeten Bund, schon garnicht für das so zentr&#fugal geartete 
Deutschland. "Vorübergehend in der Historie sind Staaten= 
bünde, dauernd und fest gegründet können nur Bundes-Staa= 
ten-Vereine sein". Daß man diese beiden Begriffe nicht 
scharf auseinander hält, ist ein Leidwesen der deutschen 
Politik. Mag ein Staatenbund noch so fein ausgetüftelt £ 
sein, - er bricht auseinander, wenn die aktuelle Gefahr 
vorüber ist. Ganz anders ein Bundesstaat: in ihm ist jedes 
Glied der Kette gleich wichtig, weil allerseits das glei= 
' che Interesse diese Kette zum Ausdruck der Einigkeit 
macht. Die Heilige Allianz ist ein Staatenbund, der ohne 
die Völker von den Fürsten geschlossen wurde, Diese Für= 
sten aber sind Selbstherrscher,‘ mögen sie sich auch den 
Titel anmaßen, Repräsentanten der Völker zu sein. Monar= 
chen werden immer die Widersacher von Kants ewigen Frieden 
sein, sie werden ihre Macht auskosten und um andere Mit= 
glieder des Staatenbundes zu vergrössern suchen, um eines 
Tages vollauf selbständig zu werden. 
Da haben es die Nordamerikaner unter Franklins Anleitung 
richtig gemacht; jeder Einzelstaat dieses Bundesstaates 
besitzt die volle Freiheit, die aus seiner inneren Dyna= 
mik kommenden Kräfte zu entwickeln; trotzdem aber sind 
sie alle durch gewollte Einigkeit in der Totalität fest 
verbunden, daß der gesamte Bundesstaat wie ein mächtiger 
Koloß dasteht, jeden Feind abschreckt, der den Frieden 
irgend stört. Fine permanente Zentralregierung wird die 
Sicherung des Ganzen ständig überwachen und vermehren. 
Wie nun ist das innere Gefüge eines Bundesstaates geartet? 
SZ 7,185 Wieder gibt Amerika das Modell ab ( ).Murhard bringt 
einen prägnanten Aufriß der amerikanischen Verfassung mit 
ihrer Trennung von gesetzgebender und vollziehender Gewalt 
samt den Institutionen beider Einrichtungen. Wert legt 
Murhard auf die Darlegung der Gerechtsame, die dem Präsi= 
denten zustehen und mit Genugtuung bemerkt er, daß auch 
dessen Erlasse und Gesetze mit der Formel beginnen: "auf 
den Rat und mit Genehmigung des Senats", Ebenso lobt er
	        

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