Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

tion, weil ganz abgesehen von vielen anderen Bedenklich= 
keiten, die Stratekgische Linie unvorteilhaft ausgeweitet 
werde, 
Die Westlinie glaubt Murhard einigermaßen gesichert mit 
den Festungen Namur, Luxemburg, Mainz und Landau. Die 
Südlinie hält Murhard im Gegensatz zu v.ÖOchs für sehr 
problematisch... Vielleicht. könnte man sich helfen mit 
einer Art Militärgrenze, wie sie Österreich Jahrhunderte 
hindurch gegen die Türken, unterhalten hat. Für die: durch 
Rußland gefährdete Ostgrenze schlägt Murhard mit v.Ochs 
eine mehrfache Festungslinie vor. Die Nordgrenze 1st..nur 
durch starke Küstenfestungen gegen Landungen des Feindes 
zu sichern; besser wäre_es, wenn man. sich in Deutschland 
mit dem Gedanken vertraut machte, eine allerdings nur 
defensiv verwendbare Flotte zu errichten. 
Wichtig ist ferner die Anlage guter Militärstraßeh, um 
notwendige Truppenverschiebungen auf kürzesten Weg vor= 
nehmen zu können. 
Mit einem solchen Verteidigungssystem wird Deutschland 
dann ungestört seinen Dingen nachgehen, ja es würde für 
alle Deutschen eine wahre Friedenszeit aufkommen. Von 
derartigen Überlegungen sollte sich der Bund leiten las= 
sen und sich nicht in unbedeutende Nebensächlichkeiten 
verlieren. Die gut unterrichtete Öffentlichkeit sollte 
ihm moralische Hilfe leisten. 
; Und noch einmal greift Murhard das Thema in einem länge= 
ren Bericht über äie entsprechenden Bundestagsdebatten 
EZ 18, 89 auf; diesmal mehr unter politischen Aspekten ( ). Der 
Bundestag hat die Stärke der einzelnen Kontingente fest= 
gelegt. Einige Gesandte haben auf die Kostspieligkeit 
der Xzerkeixduex Verteidigung hingewiesen, ohne aber hlück= 
licherweise Erfolg zu haben. 
Dagegen erinnert Murhard auf die Abwegigkeit der im Bund 
gehegten Vorstellungen, daß Deutschland hauptsächlich im 
Westen bedroht sei. Murhard vertritt mit Leidenschaft 
den Gedanken, daß Rußland der potentielle Gegner Deutsch= 
lands sei und bleiben werde. Die russische Idee lautet: 
alles Land rings um die Ostsee muß russishh werden; die 
russische Westgrenze liegt an der Oder, besser noch: an
	        

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