Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

29 
ein in den Sturm der Entrüstung der Öffentlichkeit, der 
sich durch dieses Vorkommnis überall in deutschen Landen. 
erhebt. "Jeder Gutgesinnte fragt, wie das noch werden 8611 
in unserem deutschen Vaterlande., Vielleicht soll's erst 
noch recht schlimm werden, damit das Gute’ kommen kann". 
Selbst‘ in einer Freien Reichsstadt wie Frankfurt ist die 
Willkür nicht endgültig beseitigt. Hat doch eine sehr unter 
georänete Instanz mit Gewalt und gegen den Willen des Direk: 
tors ein schönes Bild von Heinrich Ross, eine "Verkündigung 
aus dem Museum abtransportiert, um es vermutlich in einer 
Amtsstube aufzuhängen. Was ist das für ein Schlag gegen den 
Kunstwillen des Bürgers, was sollen ein städtisches, also 
staatliches Museum und die Städelsche Kunstsammlungen für 
einen Zweck haben! Kunst ist ein allzemeines menschliches 
Anliegen, und darum muß Kunst frei sein und allen Bürgeren 
zugänglich. Wenn gewisse Leute Kunst wie ein Handwerk gar 
unter Zwaxg Zunftzwang stellen möchten, wie die Rede umgeht. 
dann muß. sich die.Öffentlichkeit zur.Wehr setzen und. die 
Behörden, besonders der Bundestag, sollten ein gleiches 
Ez 17,178 tun.l ). 
Alle Relikte eüner überwundenen Staatsauffsssung müssen 
verschwinden. Es. darf zukünftig keine Gesellschaften, schon 
gar nicht geheime, geben, die:im Besitz von.Sonderrechten 
Sind. Sie werden, allzu leicht ‚zu einem. Staszt, im Staate, 
ohne Verantwortung für das Ganze, allzu gern zu undurchsich: 
tigen Machenschaften verleitet. Das ist Murhards Meinung 
N zu der Absicht, in Frankfurt die ehemals privilegierte Ge= 
EZ 18,3! sellschaft Frauenstein wieder einzurichten $ ). Anderen 
wesentlichen politischen Fragen sind die umfangreichen Auf= 
sätze Murhards gewidmet, von denen der nächste Hauptab= 
schnitt dieser Darstellung handeln wird. 
Zu & Militärorganisation u.ä. 
Am Schluß der Darstellung der Murhardschen politischen In= 
formationskorrespondenzen wenden wir uns noch einmal aus= 
führlicher den Fragen zu, die Murhard wegen der Sicherheit 
des konföderierten deutschen Bundesstaates beschäftigen. 
Er gehört damit zu den nicht sehr zahlreichen Vertretern 
des frühen Liberalismus, die dem Machtfaktor auf dem Gebiete 
der Außenpolitik eine realistische Bedeutung zusprechen. 
Und so geht sein immerwährendes Bestreben dahin, weite Krei: 
Se damit vertraut zu machen, vor allem dem Bundestag kon= 
25
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.