Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

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er sie ableitet, und sich dem Gesamtwillen fügen. Nur so 
entsteht auch im politischen Leben.ein Bund; dieses Natur: 
recht gilt für alle -Peilhaber in gleichem :Maße, So:muß 
grundsätzlich der wiederaufbau Deutschlands vor sich ge= 
hen. Deutschland muß eine echte Konföderation werden. Eine 
folgenschwere Unvollkommenheit der bisherigen Bundesver= 
fassung sieht Murhard in der Hineinnahme von solchen Staa- 
ten in den Bund, die nur mit gewissen Teilen dem deutscher 
Bereich angehören. Murhard hat die Absicht, aus deutschen 
Staaten diejenigen A Gebiete auszuklammern, die nicht von 
EZ 17, 706 Haus aus zum deutschen Stammland gehören ( ). Das 
trifft z.B. Österreich, Preußen, Dänemark, die Niederlande 
Man wisse bis heute nicht, wie die bedachten Provinzen‘ 
bundespflichtig sein sollen. Murhard schlägt deshalb vor, 
die vorwiegend deutschen Staaten geschlossen im Bund auf= 
zunehmen. Man solle nach dem Grundsatz verfahren: "alles, 
was früher dem deutschen Reiche angehört hat, muß auch. in 
Zukunft dem deutschen BundegZ£ angehören, z.B. Böhmen, Mäh= 
ren, Schlesien, die Niederlande”, Der jetzige Plan würde 
die Deutschen für dauernd zertrennen., 
Und vollauf schließt sich Murhard dem gemaßregelten Oberst 
Masenbach an, der unermüdlich auf die Einrichtung einer 
gemeinsamen Verfassung drängt, nach der die Landesverfas= 
sungen abgestimmt werden müssen. 
Noch einmal greift Murhard das gleiche Thema in einem Be= 
. EZ ig, 135 Üiricht auf ( ). Im Zusammenhang mit der Militärorgani= 
U sation des Bundes stellt Murhard die Frage, ob denn die 
deutschen Staaten mit ausgeklammerten Gebieten sich ge= 
äußert haben über den Umfang ihrer Militärhilfe, und ob 
darüber bindende Erklärungen vorliegen. Das sollten diese 
Staaten tun, besser noch: sich vorbehaltlos dem Bunde ein= 
gliedern. Damit würden sie eine Tat begehen, die der Auf= 
rechterhaltung der Macht und des Glanzes des neuen deut= 
schen Bundes hervorragend dient. Auch die Einwände, daß 
dadurch fremde Sprachen in das Heer hineingetragen würden, 
läßt Murhard nicht gelten. Soviel sprechen und verstehen 
auch die Bewohner jener ausgeklammerten Territorien, daß 
im Militärdienst keine ordentlichen Behinderungen aufkom= 
men.Gemeinsame Zugehörigkeit zur Konföderation würde die 
Vielleicht mögliche Rivalität zwischen den Großen, etwa 
zwischen Österreich und Preußen, ausschließen uni jeden
	        

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