Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

ist der Linksliberale- Fublizisbs J.°Weitzel, einlguter 
Freund Murhards. Weitzel legt Hardenberg Denkschriften 
vor, die’ eine stammesrheinische Verwaltung fordern. Rhei= 
nische Beamte können nur die Rheinländer verstehen; keinen 
Platz-gibtres gar für preußische: Adlige. Selbst ein Mann 
wie Görres sympathisiert mit Weitzel in dem Maße, als aus 
dem Verfasser seines "Teutschland und die Revolution" ein 
rheinischer, antipreußiscther. Partikularist wird. In”seiner 
Anklageschrift "Europa und die evolution" schreibt er 
mit Ingrimm, wie Preußen seine Untertanen vertreibt, Frank 
reich aber sie schützt. Das alles ind Sätze, die - dem 
Sinne nach - beirden franzosen oder bei Rotteck und seinen 
Anhängern zu finden :bindi( ><2 )i 
G) Die deutschen Radikalen., 
Murhard hat ganz sicher, wie es ihm später die kurhessi= 
Schen Gerichtsbehörden zuschieben, in Verbindung mi polis 
tischen Rsadikalen und Geheimbündlern gestanden. Wir erins. 
nern an die Arscheinung des Witt de Döring, dem Murhard 
verhängnisvoller Weise Unterschlupf gewährt hat. Männer 
wie Weik£zel, vor allem Lindner, selbst Follen haben stets 
mit dem politischen Radikalismus geliebäugelt und stets 
Verbindung mit Murhard gehalten. Sein persönlicher Freund, 
der Graf Benzel-Sternau, besitzt als Bonapartist viele 
Verbinduhgen nach Frankreich. Im übrigen schlagen sich 
diese Gedanken in seinen "Bayernbriefen" deutlich nieder, 
die immer wieder von der Vernunft als dem politischen 
Motor der Vernunft statt der Macht handeln, Seine poli= 
tisch verstand-ne Konversion zum rzg Protestantismus 
ist damals eine Art Sensation (_—J. 
Natürlich ist Murhard - besonders während der Erscheinungs 
zeit der Europäischen Zeitung - in seinen Beziehungen 
iS {C dieser Art sehr vorsichtig gewesen Seine Leichtgläubig= 
keit, mit der er sich in den späteren Gerichtsverhandlun= 
gen entschuldigt, will nicht recht glaubhaft erscheinen. 
Murhard, der die Harmlosigkeit der damaligen Studenten= 
schaft unbestechlich durchschaut und es beklagt, daß die 
jungen Leute sich in lächerlichen Firlefanzereien ergehen 
statt sich um echte politische Bildung und Tun zu bemühen 
und sie nach Metternichs Vorbild als"Ur- und Naturburschen 
spöttisch apostrophiert, weiß über die weltbürgerlich
	        

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