Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

schen Programms ist ein Liberaler Konstitutionaliemus. 
Im Jahre 1820 kommt dann eine anonyme Schrift heraus. 
Ihr Verfasser ist‘ der zwielichtige kurländer Lindner — 
übrigens’ ein Mitarbeiter an den "Annalen! _.° Solche Per- 
söhnlichkeiten belasten die Bewegung mit dem nicht un= 
berechtigten Verdacht des Radikalismus. Nord- und Süd= 
deutschland sollen zusammenrücken gegen das verhaßte 
Preußen. Die westdeutschen neupreußischen Provinzen müß= 
ten, weil wirklich deutsch, aus dem ostwärts oerientier= 
ten Preußen herausgelöst werden. Die süddeutschen Fürsten 
hätten das Gott gewollte liberale Prinzip erkannt und 
sie wüßten, daß seine reine Verwirklüchung nur mit Frank=- 
reichs Hilfe gelingen könne... Lindner hat auch den Artikel 
über die Diplomaten geschrieben, der dann das Verbot der 
Annalen und Murhards Schicksal heraufführt. v.Wangenheim 
wird damals kaltgestellt. Seine Hilfen für die kurhessi= 
schen Domänenkäufer, seine Angriffe gegen die Mainzer 
Domagogenkommission, seine Bheinische Konfessionspolitik 
und seine Rolle der Darmstädter Handelskonferenz, wo 
v.Wanhgenheims Anschauungen seine Verbindung mit Adam 
Smith erkennen lassen, Überlegungen, die Arbeitslosen 
nach französischen Vorschlägen wirtschaftlich einiger= 
maßen zu sichern, machen diesen Mann des Fortschritts in 
der Zeit zunehmender Reaktion auf allen Gebieten für die 
damaligen Regierungen untragbar. Uns interessiert die 
Feststellung, daß die vorgenannte Thematik zum Arsenal 
des zubädziEKiErkE Publizisten Murhards während dieser 
Jahre gehört.Hinzu kommt die verbissene Gegnerschaft 
gegen die Heilige Allianz und ihre Konzeptionen. 
Mit den Trias-*euten gehen ein enges Bündnis die rheini= 
schen "Neupreußen" ein. Sie erscheinen ständig als Autorer 
in Murharäs Blättern. Hardenberg wußte um den schwäirigen 
Charakter dieser rheinischen und moselländischen Partiku= 
laristen und verfügte eine behutsames Umgehen mit Men= 
schen, denen die französische Zeit, besonders der code 
Ccivile: unvergessen geblieben. Gleichheit des Bekenntnisse: 
zumal von Frankreich, wie wir gesehen haben, ein politi= 
scher Reformkatholizismus ausgeht: der verbindliche fran= 
zösische Verkehrston, dem rheinischen soviel verwandter 
als der altpreußische, gewinnen immer mehr Gegner gegen 
die ostelbischen politischen Herren. Ihr Propagandist
	        

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