Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

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maurern, die, ein besonderes politisch-soziologisches Leit= 
bild am Vorabend der großen Revolution entwickelt haben, 
sind es religiöse Gruppen wie die ehemaligen Jansenisten 
und: ‚kleine Zirkel aus dem Gefolge Sainte-Simons, bei denen 
V Preädbow, schon damals die Schriften einss/”enthan und Owen lebhaft 
deskutiert werden (>— ). Gerade unter um ihnen finden 
wir viele junge Studenten, die sich unter dem Ruf "La RE= 
public nous anpelle" una Anfang der 20er Jahre bereit sind, 
auf die Barrikaden zu steigen. Murhard hat diese Dinge 
aufmerksam verfolgt; dabei erfüllt; ihn die "Romantik", 
sprich Weltfremdheit der Masse der deutschen Studenten mit 
Schmerz und Besorgnis. Murhard erkennt in diesen französi= 
schen Geheimbündlern die alten Jakobiner, die weder in der 
Lyon, MarseilleGironde, noch in ,‚ noch gar in Paris ausgestorben 
A sind. Murhard braucht sich wegen seiner Anteilnahme an den 
dort entwickelten Gedanken nichts zu vergeben. Er befindet 
sich in der Gesellschaft Royer-Collards und besonders 
Guizots, wenn er sich auch gleich diesen Politikern später 
nö wie TO dee Den techentdes Hambacher Festes distanziert. N 
DA 
Besonders die auf hohem geistigen Niveau liegenden Publi= 
kationen Destutt de Tracys, wie dessen Kommentar zu Mon= 
tesquieus "Geist der Gesetze" liest Murhard mit großem 
Interesse und schon 1818 wirbt er für die antirestaurativen 
Thesen des Franzosen und fordert gleich ihm das allgemeine 
Wahlrecht. Der Führer aller dieser Xevolutionäre ist dee 
sozialistische Republikaner Rey. Jahrelang durchreist er 
; die Schweiz, ganz Süd- und Mitteldeutschland, um für seine 
7] union internationale" neue Gruppen zu errichten. Ein 
Mann wie Witt de Döring, der in Murharäds Leben, wie wir 
gesehen, eine verhängnisvolle Rolle spielt, ist damals eine 
Schlüsselfigur (><), W.de Döring ist der trägsident aller 
nichtfranzösischen “ruppen der "L'union internationale". 
Wir haben uns mit denen *ersonenkreisen beschäftigt, weil 
hier die “"orrespondenten zu suchen sind, die Murhard in 
den Stand setzen, gleichsam aus dem Nichts derart infor= 
mierte Blätter wie die Europäische Zeitung und die Anfänge 
der Allgemeinen politischen Annalen zu schaffen. Gewiß 
sind die *endenzen, weniger die geistig-philosophischen 
Yrundlagen in Frankreich wie in Jeutschland weithin iden= 
tisch, so zeigen unsere Ausführungen, daß die politischen 
Impulse in Deutschland bis zur Julirevolution aus “rank=
	        

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