Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

ES. Kapitel 
Die staatspolitischen Vorstellungen bis zur Julirevolutior 
unot. Fr. Mur havcds Auteiluahme n 
a) Das Erbe der großen Revolution und die französischen 
Restaurationspolitiker, und die Parteien bildung - a 
Die neuere Geschichte eines europäischen Landes ist derart 
erfüllt mit verfassungsrechtlichen Problemen und Experi= 
menten wie die französische. Nimmt man den zeitlichen Be= 
reich von 1/59 bis zur Julirevolution oder gar bis 1870, 
zum Beginn der 3.,Republik, so wechseln in diesen acht } 
Jahrzehnten an 14 Staatssysteme miteinander. Straffe Auto= 
rität steht neben weit gespanntem Liberalismus und freier 
Demokratie, versonelles Regiment bei parlamentarischer 
Struktur, Monarchie gefolgt von Republik. Hand-in-Hand 
damit kommen neue staatsrechtliche und politische Vorstel= 
lungen auf, deren Nachwirkungen die folgenden Jahre kenn= 
zeichnen bis auf den heutigen Tag und die im Ausgriff 
nachgerade sämtliche Staaten Europas und der übrigen Welt 
inihrem Öffentlichen und gesellschaftlichen Leben bewegen, 
Chateaubriand (1768 - 1848) trifft das Rechte, wenn er die 
berühmten Cahiers, die am Vorabend der großen Revolution 
erscheinen, und die auf eine neue, die. konstitutionelle 
Kaxız Monarchie abzielen, das edelste Monument der franzö= 
sischen Staatsvernunft nennt. Allen diesen Kreisen vom 
kleinen Mann bis hinauf in die Adelskreise und den Hof 
sind gewisse Forderungen gemeinsam, die gleichsam als Ur= 
zellen bezeichnet werden können, aus denen dann in leiden= 
Sschaftlichem, schmerzvollem Ringen das Gebilde einer neuen 
politischen und gesellschaftlichen Welt erwächst,. 
Die erste staatspolitische Ausfommung dieser Ideen und 
Forderungen ist die "D&claration des droits de 1l'homme et 
du cifyen" vom 3.8.1792 (> ) (vergl. Deslandres-und 
BB de). ES ist der Geist Rousseaus, 
der hier spricht: sein Optimismus im Ganzen, sein Glaube 
an die grundsätzliche Güte des Menschen, seine Überzeugung 
daß falsche Institutionen die menschliche Gesellschaft 
verderben, die vernunftgemäßen aber das Wohl und höchste
	        

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