Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

vom Hals zu schaffen wissen", Was den Gesandten Metter= 
nichs aufbringt, ist “urhards allseitiger Appell an das 
Bürgertum, ein wachsames Auge zu haben, daß sich die 
europäische Welt nicht aufteile in liberale und rück= 
schrittliche Teile, wie es die deutschen Großstaaten, abe 
auch viele Kleinstaaten praktizieren. Der Weg endet in 
den Karlsbader Beschlüssen. Welche Folgen daraus entsprin 
gen, macht den Inhalt der nächsten Jahre der deutschen 
Geschichte aus. 
Murhard kann in Frankfurt zahlreiche Beziehungen zu hoöch= 
gestellten Persönlichkeiten aus der westphälischen Zeit 
wieder in Gang bringen, sehr zum Nutzen seiner Korrespon= 
denzen. Versteht sich, daß Murhard mit allen damaligen 
bedeutenderen Journalisten Kontakt hält. Von Männern der 
Öffentlichkeit seien genannt der Frankfurter Bürr armeiste 
Thomas, der Murhard besonders_zugetan ist, der hochange= 
sehene cat v.Willemer und vor allem der würtember= 
gische Bundestagsgesandte, der Freiher-v.Wangeheim. Nach 
Karlsbad wird natürlich auch Murhard bespitzelt und er 
fällt in seiner Gutgläubigkeit einem gedungenen hessen- 
kasselschen Spitzel zum Opfer. Bei den weitreichenden Ver 
bindungen wird Murhard auch immer wieder in Frankfurter 
revolutionäre Kreise (die "Sachsenhäuser") und in sonstig 
besonders Schweizer Geheimbünde hineingezogen, Es können 
auch Kreise der politischen Freimaurerei gewesen sein. 
Schließlich glaubt Kassel, einen Hauptschlag gegen Mur= 
hard“zu führen, die rechte“ Zeit “zu sein. } 
Der Frankfurter Bürgermeister Thomas warnt Murhard per= 
sönlich. Murhard beschließt, Frankfurt zu verlassen, Aber 
die hessische Polizeiverwaltung hat schon Schritte unter= 
nommen, sodaß Murhard nirgengswo ein Aufenthaltsrecht 
bekommt. Murhard unterschätzt immer noch die drohende 
Gefahr, die ein anderer politischer Freund und Publizist 
richtig beurteilt und bei Nebel und Nacht deshalb aus 
Frankfurt entweicht. Ende 1823 trifft Murhard die Auswei= 
sung aus Frankfurt. Sein Freund, der Graf Benzel-Sternau, 
lädt ihn ein auf sein Güt bei Hanau. Das Gut liegt auf 
Württembergischem Gebiet. Als Murhard auf der Reise nach 
dort für ein paar hundert Meter kurhessisches Gebiet in 
der Nähe von Hanau betritt, wird er wie ein Verbrecher
	        

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