Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

7. Kapitel 
Murhards persönliche Schicksale 
Nach dem Zusammenbruch des Königreichs Westphalen versucht 
Murhard, der inzwischen den Titel eines Mh. Hofrats er= 
worben hat, zunächst, eine Kasseler Zeitung in @#inen Besitz 
zu bekommen, sei es durch Kauf einer bisher bestehenden ode 
durch eine Neugründung. Der zurückgekehrte Landesvater hegt 
gegen diesen "Jakobiner Murhard" vom Jahre 1805 her, ganz 
zu schweigen von dessen Tätigkeit als Redakteur des "Moni= 
teur", höchstes Mißtrauen. Murhard bekommt keine Redaktions 
erlaubnis. Betroffen durch diese Diffamierung und angewi= 
dert durch das in Hessen einsetzende Reaktionstreiben, dem 
alles, was an Fremäherrschaft erinnert, bis zur Lächerlich= 
keit geopfert wird, geht Murhard zunächst auf Reisen nach 
der Schweiz und nach Frankreich. Seine kühle Natur vermei= 
det alle enthusiastischen Äußerungen, wie sie positiv und 
negativ über die westphälische und die Franzosenzeit in 
Deutschland damals gang und gäbe sind. Aber was auf den 
Schlachtfeldern mit hohem Einsatz an Blut und Gut gewonnen 
ist, sieht der Staatstheoretiker, der auf Grund seiner 
Erfahrungen im Königreich Westphalen zum praktischen Poli= 
tiker geworden £/ ist, als ein Erbe an, das mit allen Mit= 
teln erhalten werden muß, Mögen auch für den süddeutschen 
Menschen die persönlichen Erlebnisse fehlen, so will doch 
Murhard gleich vielen Männern der damaligen Z €&it den auf= 
rüttelnden Appell nach dorthin weitergeben, den Görres in 
seinem "Rheinischen Merkur" an alle Publizisten damaliger 
Zeit richtet. Murhard hat diesen Appell in seinem Nachlaß 
aufbewahrt ( > ). 
Nach einigen wissenschaftlichen Untersuchungen, unter deneı 
eine unvollendete Monographie des Königreichs Westphalen 
Platz hat und deren Struktur in einem (verloren gegangenen 
Brief. (auf der Kasseler Landesbibliothek) niedergelegt ist 
Nachlß. (. ), treten Ereignisse in Murhards Leben ein, die sein 
Verlassen der Heimatstadt Kassel notwendig machen. | Durch 
die Machenschaften des später berüchtigten Kasseler Poli= 
zeidirektors Manger wird vor dem Hause Murhards am Königs= 
platz / Ecke Ohere Königstraße ein Polizeiposten aufge=
	        

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