Full text: Rede bei der Weihe des neuen Gotteshauses der israelitischen Gemeinde Westerburg, am 20sten Juni 1823

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der heutigen Vergnügungen und Ergößlichkekte» 
zu entweihen. Das Ware daS Geringste, und 
ich hoff' es eben so gewiß, daß keiner meiner 
Zuhörer sich ein so höchst unwürdiges Betragen 
zu Schulden kommen lasse, als ich überzeugt 
zu seyn glaube, daß jeder der hier wohnenden 
, Iisraeliten, auch der sonst lauliche Kirchengän- 
ger, sich heute entschließt, nun oft und gern 
hierher zu kommen und wo möglich keine relk- 
giöse Versammlung zu versäumen. — Nein! wollt 
ihr wahre Iisraeliten seyn, so habt ihr noch 
mehr und noch wichtigere Entschlüsse heute zu 
fassen, diese nemlich, euch selbst zu heiligen, 
euch selbst zu weihen, und nach den Worten 
unsers Propheten *), den Ewigen von ganzer 
Seele zu lieben und ihm zu dienen, in allen 
seinen Wegen zu wandeln, das heißt, ihm, 
dem Muster aller Vollkommenheiten, so viel 
als möglich, nachzuahmen. So lanae könnt 
ihr euch eures Gotteshauses, sei cs auch noch 
so schön, nicht rühmen, so lange ihr nicht be- 
weiset, daß ihr euch in demselben zur Vollen- 
düng des Guten, zur Rechtlichkeit und Rechte 
schaffenheit, zur Treue und Redlichkeit, zu Thä 
tigkeit und Fleiß, zur Liebe zu Gott und allen 
Menschen, stärket. Denn nicht das Gottes-
	        

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