Full text: Rede bei der Weihe des neuen Gotteshauses der israelitischen Gemeinde Westerburg, am 20sten Juni 1823

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stärkt fühlen, rufen sie voll Dank, Liebe und 
Vertrauen freudig aus: Heil den Bewohnern 
deines Tempels, sie preisen dich, o Gott, ohne 
Unterlaß! 
Was noch übrig ist, als Ausdruck unsrer 
Empfindungen und als bittende Ermahnung an 
euch, meine Freunde, das stießt aus dem Bis/ 
herigen. Ist dies Haus ein Tempel Gottes, 
ein Tempel, der Tugend, ein geweiheter Ort un/ 
fers Danks und Gebets; wie wollen wir 
heute dies ehrwürdige Haus denn 
weihen? 
Wir wollen es zuerst mit einer herz/ 
lichen Danksagung. Wer von euch, ge/ 
liebte Mitglieder dieser Gemeine, wer von euch 
siehet nicht mit dankbarer Freude auf dies neu« 
erbaute Andachtshaus hin, das uns stets an 
die große Güte Gottes erinnern wird, die wir 
in den traurigen Zeitumstanden, vor und bei 
seiner Erbauung, so deutlich gesehen? — Jammer 
und Elend hatte jener Tag, jener Schreckens/ 
tag im Oktober 5819., in dieser Stadt verbrei/ 
tet. Hab und Gut, Wohnung und Obdach und 
alles, hatten die Flammen geraubt, die auch 
das Gotteshaus und mit ihm die Hoffnung zer/ 
störten, daß wir so bald wieder ein neues dafür 
erhalten würden. Denn wer konnte in jenen 
Tagen des Trübsals, der Hoffnung Raum ge, 
den, daß wir im Juni 1623., ein neues Haus
	        

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