Full text: Rede bei der Weihe des neuen Gotteshauses der israelitischen Gemeinde Westerburg, am 20sten Juni 1823

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und Aufopferungen Davids und Salomo s, für 
jenen Tempel in Jerusalem? Glaubten wvhl * 
diese Frommen, der König aller Könige wohne 
nur in prachtvollen Gebäuden, wie die Könige 
der Erde nur in prächtigen Pallästen? Nannten 
sie jenen Tempel, darum Gottestempel, weil 
nach ihrer Meinung nur da Gott seinen Wohnsitz 
habe, und man ihm an diesem Orte näher sei, alS 
irgendwo sonst? Gewiß nicht, meine Freunde. 
Wohl wußten unsere Vorfahren, daß an jedem 
Orte, auch zu Hause und in der Einsamkeit ein 
Tempel ist, wo man den Allgegenwärtigen anbeten 
und sich mit ihm unterhatten könne, — in welcher 
tröstlichen Gewißheit, wir auch seither andere 
Häuser zu Bethäusern geweihet, und dort, wenn 
wir gleich die Gemeine des Raums wegen treu, 
tun mußten, manche frohe Stunde der Andqcht 
durchlebt haben. — Aber weil unsere Vorel, 
lern, von der Nothwendigkeit religiöser Ver, 
sammlungen überzeugt, an die Stiftshütte incher 
Wüste und den Tempel in Jerusalem, zu die, 
sein Zwecke vieles gewandt und sie so wie jene 
Orte zu Silo, Gibeon, Hebron u. d. gl. zum 
Gottesdienste bestimmt haben, weil diese Wol), 
nnngen und Orte, einmal geweihet, durchaus 
zu keinem andern Zwecke gebraucht werden durf 
ten, und darum schon deren Anblick an Gott 
erinnerte, darum nannte man sie heilige Orte 
und in sofern sich das von dem höchsten aller
	        

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