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phorus an der Innenseite der nördlichen Außen
wand des ersten, an den Triumphbogen stoßenden
Joches des Chores, aus zwei Figuren nebst Ver
zierungen an der Innenseite der östlichen Außen
mauer des südlichen Querschiffes und aus den
Malereien an der aus einem Sterngewölbe be
stehenden Decke des südlichen Querschiffes.
Der h. Christophorus ist in übernatürlicher
Größe, vielleicht 3,5 m groß, dargestellt, mit einem
noch mit der Wurzel versehenen Baumstamm in
der Rechten, und das Jesuskind, das auf der
linken Schulter sitzt, mit der Linken haltend. Der
Heilige durchschreitet einen Fluß in dem Nixen
und Fische schwimmen. Auf dem rechtsseitigen
Ufer kniet ein Eremit, der bei der Restauration
einer alten bildlichen Darstellung der Legende des
Christophorus entlehnt ist und dessen Einfügen
wohl deshalb erforderlich war, weil das ursprüng
liche Gemälde gerade an dieser Stelle sehr schad
haft war. Die ganze ursprüngliche Malerei ist als
eine tüchtige handwerksmäßige Arbeit zu bezeichnen.
Das Gleiche darf wohl auch gesagt werden von
den beiden Figuren an der Innenseite der östlichen
Außenmauer des südlichen Querschiffes. Diese
Figuren stellen in etwas über Lebensgröße den
Heiland und den Mitter St. George dar.
Das meiste Interesse beanspruchen die Male
reien der Sterngewölbe des südlichen Querschiffes,
die auch der Fläche nach die größten sind, denn
das südliche Ouerschiff ist etwa 5,0 m lang und
6,0 m breit. Die an den Schlußstein stoßenden
vier Gewölbekappen sind mit den Attributen der
vier Evangelisten, Engel, Adler, Ochs und Löwe,
in bunten Farben bemalt, und zwar mag jede
einzelne Figur etwa 1,5 m hoch und 1,0 m breit
sein. Der übrige Teil der gedachten vier Gewölbe
kappen und die vier anderen, etwa 5,5 und 6,5 m
langen, ca. 1,2 m hohen Kappen des Stern
gewölbes sind mit schön geschwungenem Ranken
werk bemalt, dessen Spitzen vielfach in Blumen
endigen. Die Schönheit und Mannigfaltigkeit
dieser Blumen ist erstaunlich, da sie sich nicht
wiederholen, sondern eine jede Blume anders ge
staltet ist. So wird, obgleich zu den Blumen nur
ganz ungebrochene Farbentöne, nämlich blau, rot
und gelb, verwendet sind, eine reiche Wirkung er
zielt. Auch waren die alten Malereien des Stern
gewölbes so wohl erhalten, daß sie nur aufgefrischt
zu werden brauchten und nichts hinzuzutun war.
In betreff der Entstehungszeit der gotischen
Malereien wird folgendes bemerkt
An der Außenseite des südlichen Seitenschiffes
findet sich, wie auch von v. Dehn-Rotfelser und Lotz
schon angegeben, die Jahreszahl 1497 Aus der
Außenseite der Ostseite des südlichen Querschiffes
ragt ein Strebepfeiler heraus, der genau so ge
staltet ist, wie die Strebepfeiler der Seitenschiffe.
Die schräge Stellung des Strebepfeilers läßt un
zweifelhaft erkennen, daß er ursprünglich eine Ecke
verstärkte, und daß somit das südliche Ouerschiff
später, also erst nach 1497, angebaut ist.
Aus dem Anschluß der Scheidebogen und der
Gewölberippen an den Triumphbogen ist zu ersehen,
daß diese und somit der ganze Chor eher gebaut
sind, als das Mittelschiff und die Seitenschiffe.
Es kann aber zwischen der Erbauung der gedachten
Bauteile kein großer Zwischenraum liegen, denn
an dem Gewände der im Chor befindlichen Sakristei
tür kommt ein dreifacher Birnstab vor, ein Birn-
stab befindet sich auch am Gewände des steinernen
Heiligenhäuschens, das an der östlichen Außenseite
des Chores sich befindet und, wie es augenscheinlich
ist ursprünglich ist, auch zeigt das Sockelgesims
des Chores eine außergewöhnliche, zusammengesetzte
Profilierung, so daß auch der Chor unzweifelhaft
schon der späteren gotischen Zeit zuzuschreiben ist.
Nun macht ja die Malerei im h. Christophorus
den Eindruck, als ob sie etwas älter wäre als die
Malereien im südlichen Ouerschiff. Man wird
aber, da bekanntlich mit der Einführung der
Reformation in Hessen 1526 die Gotik aufhörte,
nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß die
Malereien im südlichen Ouerschiff etwa kurz nach
1500 und die Malereien des h. Christophorus
im Chor etwas früher, vielleicht um 1480 ent
standen sind.
Westfälische Offiziere.
III. Leutnant Milhelm Kupfermann.
Bon Rechnungsdirektor A. Woringer.
Der Mann, dem wir uns nunmehr zuwenden,
hat einen Verherrlicher seiner Taten gefunden, wie
er sich keinen besseren wünschen konnte. Unser größter
deutscher Erzähler, Wilhelm Raabe, schildert in
seiner Erzählung „Im Siegeskranze" den Auf
standsversuch des westfälischen Husarenleutnants
Kupfermann?)
Nach dieser Erzählung haben im Jahre 1813 vier
') Wilhelm Raabe. Gesammelte Erzählungen. 3.Auf
lage, Baud 2, Seite 242.