Full text: Reden, gehalten bei der Beerdigung des Herrn Ferdinand Gamburg in Frankfurt a. M. am 11. und 15. September 1892

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innigen geistigen Regsamkeit, in seiner Kraft; und wie sprach 
er? Das Erste, das Vornehmste, das ihn bewegte, das war 
die Loge; er freute sich, daß eine neue frische kräftige Thät 
igkeit im Winter sich entfalten würde, daß wir wieder an 
die Arbeit gehen und die Aufgaben erfüllen, die wir uns 
gestellt haben. Und der Aufgaben waren viele! wie freute er 
sich, daß nunmehr eine der Aufgaben der Vollendung naht, 
daß das Siechenhaus jetzt endlich gegründet ist, daß es er 
öffnet werden sollte, und wie freute er sich, an dieser Eröff 
nung theil zu nehmen! Und das Andere, was ihn beseelte, 
das deutsche Kinderheim in Diez, wie war er glücklich, daß 
er mir das Bild zeigen konnte, das Haus, das gebaut wird, 
das nun auch gesichert sein soll, und wie freute er sich, daß 
er die Brüder und alle Menschenfreunde einladen würde, sich 
, • reich und kräftig zu betheiligen, dieses Werk unter Dach zu 
bringen. So sprach er vom Großen wie vom Kleinen, ganz 
Herz, ganz Seele, wie wir ihn kennen, übersprudelnd, hin 
reißend. Und ich ging von ihm, und drückte ihm die Hand, 
* ’ und wir riefen uns zu: Auf Wiedersehen! 
Ich sollte ihn nicht mehr wiedersehen! 
Und doch sehe ich Dich, theurer Freund! Ich verspüre 
den Hauch Deiner Seele! 
Brüder! Freunde! Erhebet Euch! Empfindet, daß sein 
Geist unter uns weilt! Aus seinem Grabe sprießet die Blume 
der Liebe, sie überwindet den Schmerz, sie welket und schwindet 
nicht. Lasset ihn uns zum Segen werden! Brüder! Schließt 
Euch an einander! Gelobt Euch in Eurem Herzen, seinen Ge 
danken nachzugehen, seine Werke auszubauen, starke Männer, 
treue Juden zu werden, zu bleiben! 
„Er weilet im himmlischen Zelt, er wohnet auf heil 
igen Höhen, sein Wandel war rein, sein Wirken gerecht, 
► ♦ sein Wort wahrhaftig!" 
(Harmoniumspiel.)
	        

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