Full text: Reden, gehalten bei der Beerdigung des Herrn Ferdinand Gamburg in Frankfurt a. M. am 11. und 15. September 1892

16 
Herr Dr. Mciitiaiim. 
„Wen Gott lieb hat", heißt es im Sohar, „dem schickt er 
als Geschenk einen Armen." Als vor l 1 / 2 Dezennien unserm 
lieben Freunde Ferdinand G am bürg seine treue Lebensge 
fährtin durch den Tod entrissen wurde, und Schmerz und Gram 
über den herber« Verlust ihn zu übermannen drohten, da 
schickte ihm Gott als Trost für seine Herzenswunde die Armen. 
Ferdinand Garn bürg, der längst erkannt hatte, welch 
süßes Gefühl der Befriedigung das NON niV'W, die Aus 
übung der Wohlthätigkeit, in dem Herzen des Wohlthäters 
selbst erzeugt, warf sich alsbald mit dem ganzen Feuereifer 
eines edlen hochherzigen Menschen auf das Gebiet der 
Wohlthätigkeit und sann Tag und Nacht auf Mittel und 
Wege, um den Armen und Bedürftigen Hilfe und Trost zu 
spenden. Da die bis dahin bestandenen Anstalten seinem 
wohlthätigen Sinne nicht genügten, so gründete er im Verein 
mit gleichgesinnten, edlen Menschen die Suppen an st alt, 
die Anstalt für Lungenkranke in Soden und die für 
kranke Kinder in Nauheim. Welch großartige Erfolge in 
diesen Anstalten erzielt werden, das zu beurteilen vermag nur 
derjenige, der Gelegenheit genommen hat, sie während ihres 
Betriebs aufzusuchen und zu beobachten. Wenn nun alle 
jene Armen, denen seit Jahren in der Suppenanstalt der 
Hunger gestillt wurde, wenn die Kranken und Wöchner 
innen, deren Leiden durch kräftige Nahrung aus der näm 
lichen Anstalt erträglicher gemacht wurden, wenn die Kranken, 
die in Soden und Nauheim Milderung und Heilung ihrer Uebel 
erlangten, wenn diese alle ihr Gebet heute zum Himmel empor 
senden, dann wird der theuere Dahingeschiedene eintreten in jene
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.