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Vater, der seinen Kindern und Kindeskindern ein Vorbild
war, an dem sie sich entwickelten und zu den Höhen empor
rankten, an dem sie sich erwärmten für alles Schöne und
Gute, der Vater, der immer dem Kinde am meisten sich
widmete, das gerade seiner am meisten bedurfte! Genommen
ist, ach! so vielen der Verwandte, genommen dem Bruder
der Bruder, der ihn leitete, der ihn aufrichtete, genommen
uns allen der Freund, an dem wir uns alle erquickten und
labten, an dem wir alle in rathlosen Stunden eine treue
Stütze gefunden haben, einen Mitarbeiter sonder Gleichen!
Doch, meine trauernden Freunde, lasset uns nicht lange die
Bahre sehen, die enge verschlossene Bahre, in der er ruht,
lasset uns lieber sehen das weite, große, freie, offene Feld, auf
deiner thätig war; lasset uns nicht sehen diese bittere, ernste,
trübe, finstere Stunde, lasset uns sehen sein wirkungsvolles,
erleuchtetes Leben. Lasset uns nicht das Einzelne sehen,
lasset uns das Ganze ins Auge fassen; denn das war die Art
Ferdinand Gamburgs, daß er das Einzelne erkannt hat
in seinem Zusammenhang mit dem Großen und Ganzen.
Darum gab es für ihn nichts zu Großes; die erhabenen,
gewaltigen, weitausschauenden Aufgaben fanden in ihm den
wärmsten Vertreter, den hingebungsvollsten Arbeiter. Aber
vielleicht ist das noch mehr: für Ferdinand Gamburg gab
es auch nichts zu Kleines, nichts zu Unwichtiges, nichts zu
Winziges, weil ihm in allem klar geworden ist der Zu
sammenhang mit dem Großen, Gewaltigen. Für ihn war
das Große nur groß, weil es vielen Einzelnen zu gut kam.
Aber darum war ihm kein Einzelner zu gering, weil er
wußte, daß er zum Ganzen gehörte. Wie sein schöner
Kopf mit den leuchtenden Augen so sicher geruht hat auf
kräftigen, breiten Schultern, so ruhte sein Geist, sein feuriger
Geist beherrschend auf all seinen einzelnen Anlagen, und