Full text: Geschichte der Kirchenvisitationen der Hanauer ev. reformierten Kirche im 18. Jahrhundert, dazu: Geschichtliche Abhandlung über die Hanauer Quartal-Convente im 17. Jahrhundert

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Disputatorien «haben aufgehört. Dagegen soll das Interesse für den 
Convent durch Abhörung der Rechnung der Pfarr-Witwenkasse belebt 
werden. 
Am 190. 3. 1794 sind so wenig Pfarrer auf dem Convent er- 
schienen, dass zu dem letzteren Geschäfte nur 4 Pfarrer als Deputirte 
zugezogen werden konnten, und doch hatte schon in den zwei letztver- 
wichenen Jahren kein Convent stattgefunden, so dass man auf einc 
regere Beteiligung seitens der Geistlichen hätte rechnen dürfen. Dieser 
Convent von 1794 ist überhaupt der letzte der Hanauer reformierten 
Pfarrer gewesen. 
Der letzte Convent in der Obergrafschaft, an welchem sämmtliche 
Pfarrer derselben Teil nahmen, hat sich anno 1787 zu Schlüchtern ver- 
sammelt. Der Pfarrer Weitzel zu Elm hielt die Conventspredigt, indem 
er mit Zugrundelegung von Ephes. ı, 7 „von der völligen Beruhigung 
der Gläubigen in ihrem. Heilande“ redete. 
Die Visitationsreisen setzte Merz in der alten Weise und Reihen- 
folge zwischen Hanau und Schlüchtern unermüdlich fort. Es fanden 
solche statt: 1784, 1787, 1790, 1793, 1798, allemal zur gelegensten 
Zeit des Jahres, in den Monaten August und September. Die ‚letzte 
Visitationsreise ins Oberland ist 1801 vor sich gegangen. In der poli- 
tischen Verwirrung zu Anfang unseres Jahrhunderts sind sie mit so man- 
chen altehrwürdigen Ordnungen sanft und stille eingeschlafen. Es mutet 
uns gar wehmüthig an, es ist uns als hörten wir die letzten im Winde 
verhallenden Stimmen eines in vollem Abzug unaufhaltsam begriffenen 
Geisterheeres, wenn wir die Themata vernehmen, über welche der letzte 
Orthodoxe von seinen Pfarrern Predigten hören will, — deckte sich doch 
die langweilige Dürre und Oede des nachgeborenen Rationalistenge- 
schlechtes längst nicht mehr mit den Gedanken der gemütvollen und 
ehrwürdigen Väter, in denen Georg Merz noch wurzelte. / 
Der Pfarrer zu Niederrodenbach soll predigen nach ı Cor. 1, 30 
von der göttlichen Verordnung unseres Heilandes zu seinem dreifachen 
Mittleramte. 
Der zu Altenhaslau nach Deutero. 18, 18—19 von dem prophe- 
tischen Amt des Erlösers; 
zu Breber nach Hebr. 4. 14 vom Hohenpriesteramt desselben; 
zu Marjoss über Jerem. 23, 5 von seinem Königlichen Amte; 
zu Neuengronau über Ephes. 4, 11 u. I2 von der göttlichen Ein- 
setzung des Lehramtes durch unsern erhöhten KErlöser; 
zu Sterbfritz über Art. 10, 42 von der Verherrlichung des Erlösers 
durch sein Richteramt; 
‘zu Mottgers nach 2 Cor. 5; 20 von der trostvollen Absicht des 
Predigeramtes ;
	        

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