Full text: Geschichte der Kirchenvisitationen der Hanauer ev. reformierten Kirche im 18. Jahrhundert, dazu: Geschichtliche Abhandlung über die Hanauer Quartal-Convente im 17. Jahrhundert

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ich vor. diesmal nicht vorschreiben, sondern die Wahl derselben einem 
Jeden der Herrn Prediger überlassen. Bei denen in der Kirche: zu 
haltenden Catechisationen können die Herrn Pfarrer sich länger auf- 
halten. Es wäre mir angenehm, wenn dieselben samt und sonders diese 
Catechisation so halten wollten. damit Visitans dadurch überzeugt werde, 
das Catechisandi den Heidelbergischen Katechismus auswendig können 
und verstehen, sodann dass der katechisierende Pfarrer eine Fertigkeit 
besitze, dieses Geschäft nach der Fähigkeit der Catechisanden gründlich 
und so zu verrichten, dass dadurch nicht nur ihr Verstand, sondern auch 
ihr Herz gebessert werde. Diesen Zweck zu erreichen wird cs wohl 
rathsam sein, dass in der Kirche nicht sowohl die Schulkinder (als mit 
welchen man sich in der Schule beschäftigt), sondern vielmehr die er- 
wachsenen jungen Leute und zwar dergestalt katechisiert werden, dass 
man sie zuerst den Text des Katechismus und dabei zuweilen etliche 
Sprüche ausser der Ordnung fragt, sodann eine besondere materia aus 
dem Katechismus ordentlich umständlich mit ihnen durchgehe. Ich 
werde an jeglichem Orte sagen, was am nächst vorgehenden für eine 
Materie in der Catechisation ist abgehandelt worden, damit ich nicht 
an allen Orten einerlei hören müsse. 
In Ansehung der gewöhnlichen und bekannten Kirchenvisitations- 
fragen*) will ich nur dieses erinnern, dass die Herrn Pfarrer dasjenige 
was ihnen in Ansehung ihrer Gemeinde besonders wichtig ist, zum Vor- 
aus reiflich erwägen und mir bei meiner Anwesenheit besondere Punkte 
schriftlich übergeben mögen, damit ich solche dem zu haltenden 
Protokoll an dem gehörigen Orte desto umständlicher inserieren oder 
beifügen könne, ex. gr. Religions-Beschwerden (d. h. Conflicte mit den 
Lutherischen), Reparationen an Kirchen- und Pfarrhäusern u, s. W. 
Man wird dafür sorgen, dass die Verzeichnisse von Gemeinde- 
gliedern, Schulkindern und Catechisanden ordentlich eingerichtet und 
rechter Zeit überliefert werden. Insbesondere bitte ich das Verzeichnis 
der jungen Leute, die in der Kirche bei der Catechisation erscheinen 
müssen, gleichgenau anfertigen zu lassen, damit man nach geendigtem 
Gottesdienst alsbald anmerken könne, wer von ihnen gefehlt habe, und 
wegen dieser Versäumnis das Weitere besorgen könne. 
-  Uebrigens versteht es sich von selbsten, dass ein jeder der Herrn 
Pfarrer seiner Gemeinde die vorseiende Kirchenvisitation gewöhnlicher 
massen bekannt mache. 
Was meine Bewirtung angeht, fährt Endemann fort, so will ich 
zwar Niemanden vorschreiben, wie er bei dieser Gelegenheit seinen Tisch 
einrichten solle, inzwischen kann ich mich doch nicht enthalten zu ver- 
sichern, dass der Ueberfluss bei mir nicht angewandt ist, dass gewöhnliche 
Speisen in geringer Qualität, jedoch ordentlich und sauber zubereitet, 
mir die liebsten sind. 
*) Anmerkung 8. 0.
	        

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