Full text: Geschichte der Kirchenvisitationen der Hanauer ev. reformierten Kirche im 18. Jahrhundert, dazu: Geschichtliche Abhandlung über die Hanauer Quartal-Convente im 17. Jahrhundert

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heilige Paulus und denen Aeltesten der Gemeinde zu Ephesus sagte: „Ich 
weiss, dass ihr mein Angesicht. nicht mehr sehen werdet“ — so sei es mir 
auch erlaubt zum Beschlusse Sie allesammt mit folgenden Worten eben des 
gedachten Apostels anzureden: So habt nun Acht auf euch selbst und 
auf die ganze Heerde, unter welche euch der heilige Geist gesetzt hat 
zu Bischöfen, zu weiden die Gemeine Gottes, welche er durch sein 
eigen Blut erworben hat. Und nun liebe Brüder, ich befehle euch Gott 
und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und 
zu geben das Erbe unter denen, die geheiligt werden. 
Ja, der allgenugsame Gott, der Vater der Barmherzigkeit wolle uns 
alle durch seinen Geist in dieser Gnadenzeit regieren und leiten, dass 
wir uns alle dermaleins in vollkommener Freude und Seligkeit in der 
himmlischen Herrlichkeit sehen mögen. Dieses wünsche ich von ganzem 
Herzen nebst der aufrichtigsten Versicherung, dass ich mich lebenslang 
befleissigen werde zu sein 
Meiner hochgeehrtesten 
Sehr werthesten Herrn Pfarrer dienstwilligster 
J. G. Schiede, 
Superintendent und Consistorialrath. 
Hanau, 2. 11. ‘1774, 
Der Nachfolger Schiedes im Ephoralamt der Diöcese wurde der 
seitherige 2. Pfarrer an der Hochdeutschen reformierten Kirche und 
professor theologiae an der Hohen Landesschule zu Hanau 
Samuel Endemann, 
ein Niederhesse von Geburt. 
Die im August 1776 und im Frühjahr 1779 in der oberen Graf- 
schaft von ihm abgehaltenen Kirchenvisitationen verliefen im allgemeinen 
in derselben Ordnung wie seither, nur dass er das zweitemal in 
Schlüchtern die Visitationsarbeit begann und in Niederrodenbach endigte. 
In dem betr. Ausschreiben heisst es u. A. In Ansehung der Predigten, 
welche bei dieser Gelegenheit gehalten werden, wünsche ich, dass die 
Herrn Pfarrer mehr als sonsten auf eine für ihre Zuhörer fassliche 
und erbauliche Art, nicht aber, wie man es nennt für Gelehrte predigen, 
indem es wohl sonsten Gelegenheit geben wird, von gelehrten Sachen 
zu sprechen, als wozu bekanntlich die Kanzel nicht gewidmet ist. Ich 
hoffe ferner, dass die Predigten nicht so lang gedehnt, sondern der 
herrschaftlichen Verordnung gemäs gehalten werden.*) Texte dazu will 
*) Anmerkung Consistorial-Decret vom 5.11. 1711, mitgeteilt in meinem 
Bericht über das Kirchenwesen zu Steinau an der Strasse im 17. und 18. Jahr- 
hundert. 
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