Full text: Geschichte der Kirchenvisitationen der Hanauer ev. reformierten Kirche im 18. Jahrhundert, dazu: Geschichtliche Abhandlung über die Hanauer Quartal-Convente im 17. Jahrhundert

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wissenschaftlich gebildete, wissenschaftlich arbeitende und strebende 
Geistlichkeit werde auch allezeit geneigt sein, ihren hohen Beruf in 
idealer Weise aufzufassen, während von einem geistlichen und geistigen 
Proletariertum nicht viel Erspriesliches zur Ehre Gottes und zum Auf- 
bau der Gemeinde zu erwarten sein werde. 
Zur Anregung seiner Pfarrer in der angegebenen Richtung fructi- 
ficierte Grimm die vorhandenen Quartal-Convente, auf welchen er 
dieselben unter seinem Präsidium zu versammeln pflegte. | Die Quartal. 
Convente, bereits im 16. Jahrhundert ins Leben gerufen, waren unmit- 
telbar vor Grimm’s Zeiten officielle Zusammenkünfte der Hanauer re- 
formierten Geistlichkeit in Hanau, alle Quartale einmal, zur Beratung 
allgemeiner Angelegenheiten, u. A, um etwaigen Uebergriffen der Lu- 
theraner wider den Hauptrecess von 1670 gegenüber Stellung zu nehmen. 
Grimm’s Verdienst war es nun, dies Institut der Quartal- Convente 
seinen edlen Bestrebungen dienstbar zu machen. Die Quartal-Convente 
sind in der Folge seine Lieblingskinder gewesen, und man kann sagen: 
Niemals hat wol ein Vorsitzender von Pfarrkonferenzen in unserm Ha- 
nauer Lande mit grösserem Eifer und grösserer Treue seines Amtes 
gewaltet und so lange ausgehalten wie er, 
Ein Jahr ums andere schickte er seine Einladungsepisteln ins Land, 
im Anfang des Jahres nie vergessend, den geliebten Herren Brüdern 
Gottes Segen und alles Gute für Amt und Haus anzuwünschen, 
Von einem Quartal zum andern pflegte er in einer Decas quaes- 
tionum in conventu ventilandarum selbst die Schranken abzustecken zu 
dem bevorstehenden geistlichen Redeturnier. 
Unter den Vorbereitungen auf seinen letzten Quartal- Convent 
überraschte ihn der Tod. | 
Das Nähere über die Einrichtung der Grimm’schen Quartal- 
Convente erfahren wir am eiufachsten aus dem Consistorial-Erlass vom 
22. II, 1713... U. A. wird darin gesagt: 
Zur Ersparuug unnötiger Kosten und zur Vermeidung von Weit- 
läufigkeiten sollen hinfort nicht mehr indistincte alle Geistliche zum 
Convent kommen, sondern soll darin eine gewisse und zwar folgende 
Ordnung gehalten werden, dass auf den 1. Quartal-Convent im Januario 
kommen : 
Kesselstadt, 
Bruchköbel, 
Die Ehren - Pfarrherrn zu Bergen, 
Wachenbuchen, 
Rodenbach, 
Rodheim, 
auf den 2. Quartal- Convent im April: 
Hochstadt, 
Dorfelden, 
Die Ehren - Pfarrhermn. zu Altenhasslau, 
Eschbach, 
Rüdigheim, 
Oberissigheim,
	        

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