Full text: Geschichte der Kirchenvisitationen der Hanauer ev. reformierten Kirche im 18. Jahrhundert, dazu: Geschichtliche Abhandlung über die Hanauer Quartal-Convente im 17. Jahrhundert

zu Protokoll zu geben, also dass dieser jenem darzu. naächdrücklichst 
gratulierte. Darauf begaben wir uns, berichtet Pfarrer Ammon, in die 
Kirche und da ich die Jugend in den Hauptstücken der christlichen 
Religion angefangen hatte zu examinieren, so haben hiernach Ihro 
Hochehrw. Herr Inspector damit weiter continuieret und auch mit vielen 
Segenswünschungen geendiget,*) 
Hiermit sind wir, meine Herren, unvermerkt und unmittelbar an 
das Thema herangekommen, für das ich mir Ihre geneigte Aufmerksam- 
keit erbeten habe, Wir werden ausser dem Hochwürdigen und Hoch- 
gelehrten Herrn Inspector Grimm noch 3 andere Herren Inspectoren und 
Superintendenten des vorigen Jahrhunderts kennen lernen. Um sie und 
ihr Wirken als Kirchenvisitatoren mit wenigen Worten im Voraus kurz 
zu Charakterisieren, darf ich wol sagen: 
Inspector Friedrich Grimm, in der schweren Rüstung kor- 
rekter reformierter Dogmatik einherschreitend, bis an sein Ende uner- 
müdlich eifrig und tätig als Oberhirte seiner Heerde und seine Mitarbeiter 
wissenschaftlich anregend, ist eine durchaus edle Erscheinung, einem 
Jeden, der ihn näher kennen lernen wird, ebenso sympatisch als sein, 
seiner würdiger Sohn, Pfarrer Friedrich Grimm zu Steinau. 
Schiede ist der liebenswürdige, bescheidene Menschenfreund, — 
Endemann der auf der Schwelle der neuern Zeit stehende 
redselige und stellenweis zu einiger Eitelkeit geneigte Herr Professor, — 
; Merz der ehrliche letzte Orthodoxe, ‘der letzte Repräsentant eines 
untergehenden Zeitabschnittes unserer heimatlichen Kirchengeschichte. 
Es war nicht das erste und letztemal, dass Insp. Grimm 1707 
zu Visitationszwecken in Steinau weilte. Am 2. 9. 1711 hielt er aber- 
mals eine Visitation daselbst ab und später noch mehrere. Er über- 
zeugte sich bald, wie wichtig es im Interesse der Einzelgemeinde sowol 
als des gesammten Kirchenwesens der ganzen Diöcese sei, wenn ihr 
Oberhirte von Zeit zu Zeit an Ort und Stelle persönlich nach dem 
Rechten sähe, um anregend und fördernd einzugreifen, Unregelmässig- 
keiten und Ungehörigkeiten zu rügen und‘ abzustellen, heilsame Zucht 
und Ordnung auf die Bahn zu bringen und zu erhalten, gottselige Lehre 
und Erkenntnis bei Pfarrern und Gemeinden zu überwachen und zu 
pflegen und auf rechtschaffen ‘christliches Leben in allen Ständen zu 
dringen. 
Anm. Hinsichtlich der Einführung und Vorstellung des Pfarrer Ammon 
wird beiläufig bemerkt: „Nachdem ich Pfarrer Ammon bei geendigter Morgen- 
predigt von Ihro Hochehrw. Herrn Insp. Grimm der hiesigen christlichen Ge- 
meinde öffentlich und ordentlich als ihr Seelsorger, Lehrer und Aufseher vorge- 
stellet worden, bin ich darauf von Ihro Hochedelheit Herrn Rat und Amtmann 
Schmitten im Namen unsers Durchl. Hochgeborenen Grafen und Landesherrn 
der Gemeinde vor der Kirchthür unter dem freien Himmel recommendieret wor- 
den und hat die Gemeinde auch mit gegebener IIand mir alle christlich gezie- 
mende Folge versprochen‘‘.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.