Full text: Friedrich Wilhelm August Murhard

3rahminenzuge, den die Menge nur bewundern durfte und sol1feM 
(Unb. Fstsch. sa 273). Misstrauisch gegen jede Zinherrschaft, ist 
ihm aber jede unbeschränkte Fürstenschaft ein Greuel,mag Sie mum 
als bis in die Privatsphäre des Untertanen a völlig 
millkürlicher Despotismis auftreten, oder als Autokratismus in 
seinen verschiedenen Stufungen vom ausschliesslichen Geltungs= 
bereich naturrechtlicher Axiome bis zum Usurpationszustand auf 
jurchlöcherter Zonstitution (Unb,Fstsch.d=7). Er hält.es mit der 
Auffassung der Antike, die in der Monokratie eine Kinrichtung 
nur für barbarische Völker sah (Unb.Fstsch.28),und „dass völlig 
schrankenlose Macht eines Binzelnen und ein freier taat als ganz 
niteinander unvereinbarliche Dinge erscheinen" (ebd,.9,.30).Auch 
der moderne Despotismus, der sich so gern den Nimbus der LaAndeS= 
väterlichkeit leiht, ist nicht weniger verderblich als jener in 
der orientalischen Welt von damals und heute; jJa,„eS wird im 
Orient weder soviel von oben herab regiert, als Im Okzident,noch 
mischt sich dort die Staatsgewalt so sehr in die Privatverhältnis 
se wie hier" (Unb.Fstsch.63). Gewiss wird man einen grossen Für- 
sten, „der im Sinne und Geiste der Zivilisation herrscht und den 
höheren Staatszweck nie aus dem Blick verlierend seine Bestrebunge 
gen auf Förderung der Kultur richtet", hie einen eigentlichen 
Despoten nennen; „denn die Despotie ist gerade üie ärgste Feindin 
der Zivilisation"(eba.105). Aber wie  BXO LESS und Herrschasucht 
„gleich einem mächtigen Instinkt die Handlungen der Menschen lei- 
ten". (ebd.67),so ist nie Si merheilt geboten, ob der Nachfolger... 
aucheim Geiste des Vorgängers a ‚und trotz aller Grösse ist 
Friedrich d.Gr.nie mit seinem Volke verschmolzen 1edd+ 339) gleich 
wie auch Karl d.,Gr,nie etwas für die Masse des Volkes tat das von 
3rundherren zur Leibeigenschaft herabgedrückt wurde und sich für 
len Kaiser opferte, dessen ganze Regierungszeit „ein Zusammenge—- 
jetztes Gewebe von Kriegen und in der Regel ungerechten" gewesen 
(ebd. 341), Zum Glück hat diese Regierungsform heute im Prinzip 
Aausgespielt,denn „wäre es möglich,das Sfgtem der absoluten Kinherz 
schaft in unserer Zeit in Zuropa noch einmal in Credit zu bringen‘ 
dann hätte es Napoleon gelingen müssen, Allein selbst dieser 
grosse Türst,der durch Nerrschereigenschaften über alle Kaiser 
und Könige neuerer Zeit SmpOPTANTE wie ein Riese über Pygmöen, 
vermochte nicht die Übel zu entfernen, die mit diesem System VOT- 
bunden sind,und 80 hat er nur von Neuem den Beweis geliefert,dass 
üer Autokratismus soyar bei einem Herrscher von der seiltensten 
persönlichen Grösse am Pnde zum Verderben führt" (ebd,230). 
= Es gibt kein anderes Mittel,die Öffentliche Freiheit 
und die Staatszwecke gesichert zu sehen,als „eine geregelte Konsti 
tution mit hinreichenden staatsbürgerlichen Bürgschaften" (Unb. * 
Fatsch. 268) ‚unabhänzig 'von der j9wei1(gon Kerrscherpersönlichkeit 
Das oberste Prinzip nach Murhard ist die Zweiteilung der Gewalten 
(Unb.Fstach.82 und 115; Steatslex.Absolutismus,3d.1/152); denn 
„wo kein festes ehernes Gesetz herrscht,da herrscht der Zufall; 
zwischen der Notwendigkeit des Gesetzes und dem Spiele des Zufalli 
liert nichts in der Witte" (Staatslex.a.a,.0.153). Das ist daß 
Ziel und die Aufgabe in den meisten Staaten Zuropas heutzutage 
nachdem bis zu den Zeiten der frenzösischen Revolution die Tanden: 
geherrscht, möglichst unumschränkte Macht dem Herrscher vorzube= 
halten und of$ auf die brutalste Art zu erwerben (Unb.Fatsch.61)«. 
Wie im einzelnen diese Aufgabe zu lösen ist und wie in den Formen 
gines konstitutionellen, repräsentativen Monarchismus die Wesenss 
zwecke des Staates nach liberalen Gesieutspunkten eingebettet sei: 
sollen, ist in früheren Kapiteln umschrieben worden und wird in 
einigen Hauptfragen such noch weiter unten gehandelt werden. 
Über üiese näheren Fragen tritt die Diskussion von 
Staatsformen,die als_Abarten entokretischer erscheinen wie Theo- 
kratie,Militärdiktätüuür, aristokratische Oligarchie zurück,und 
selbst einmal die: repräsentative Demokratie stellt er hierher, wen 
die Kommittenten, alle Rechte abgeben (Staatslex. Bd.1 a.0.0.197) 
Als Hinterzrung und als höchst ideales Ziel erscheint doch stets 
iie Stimmunz des Republikanismus auf repräsentativ-demokratischez 
Grundlage ohne jeden absolutistischen Faktor irgendwelcher Rechts 
entäusserungen,wobei allerdings zu sagen ist,dass Murhard nach de 
Richtung hin nie über eine zewisse Stimmung hinauskommt,
	        

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