Full text: Friedrich Wilhelm August Murhard

Zeit" (m.Z.Nr.1), durch ds die Regierung für sich allen Nutzen 
and TUT d28 eg ra ALS ROSE kann, Es ist die u 
tung einer landständischen Verfassung mit repräsentativer Vertre- 
tung... Denn „in den Repräsentanten der Nation findet die Regierung 
nicht nur wa® sie in den Stand setzt, im Geiste des Volkes zu 
handeln, sondern auch Teilnehmer der Verantwortlichkeit,die den 
Tadel und das Mißvergmügen der Menge, wo sie mit dem Verfchren S 
der Regierung unzufrieden ist, auf sich laden" (Pol,Ann.6/11). 
Wie soll mum ein a Verfassungswerk zustande kom 
men? Es geht ebenso weniz, dass „die einen nicht müde werden zu 
fordern, und die anderen = zu vergagen” (Bi ZeN7. 7094 noch mit 
dem Unverstand und der Gemeinheit der Staatskunst unserer Zeit} 
die von unten hinauf wie von oben herab nur nöt®gen, knebeln 
und binden will" (Pol.Ann.7/18). Wenn auch die Geschichte lehrt, 
dass die Leidenschaften und Gewalttaten der Großen das Volk ) 
schliesslich zur Verzweiflung bringen und besonders dann,wenn 68 
geach1°bt wie im alten Rom der Lukrezia; — demn „der Verlust der 
ürgerlichen Yreiheit, mane kann es nicht oft genug sagen, hat 
zur Zrkämpfung der politischen genötigt" (Pol. Ann. 8/2060), = so ist 
es doch leichtsinniger Trevel, das Heil und die Neuordnung aller 
Dinge aus einer gewaltsamen Umkehr aller Verhältnisse zu erwar- 
ten, „Nein,ich halte eine Revolution, wie wir sie &us Erfahrung 
kennen, nach dem QeretZe und sittenlosen Despotismn, der in eß- 
nem Staate wie Polyphem in seiner Höhle hauset; für das größte 
Unglück, das über ein’ Volk kommen kann" (Pol.Ann. 10/131), ES 
lässt sich bei rechtem Willen ein Weg beschreiten,der zum Ziele _ 
führt „ohne Aufwand an Gut und Blut und in Frieden und Eintracht” 
(Pol.Ann,6/3) und die Verfassung als einen Vertrag zustande kom- 
men lässt (E.Z.Nr,73). 
In der 6,2, (Nr.1) ist das Ziel aller Verfan mania NS 
Schr önkung der Staatsgewalt und Fürstenschaft, auf dassbei vol-. 
lendeter Auslebung jedes Ninzelnen eine Entwicklung möglich werde 
nach allen Radien". In dem Aufsatz vom Jahre LO der im Eingang 
dieses Kapitels erwähnt, tritt aber der schrbffe Sicherheitsge- 
danke etwas‘ zurück zugunsten der mildernden und versähnenden Wir- 
an’ die von der Repräsentantentätigkeit ausgehen sollen, 
Bleib® auch der Sicherheitsgedanke das vorherrschende Element, dem 
selbst die Wohlfahrt nachzustehen hat (Pol.Ann,3/417),so ist bei 
aller Unvrollkömmenheit erster Einrichtüngen die Hauptsache, dass 
gie da sind; „sie sind besser wie garkeine" (Pol.Ann.2/2413. 
In sich soll jedes Volk das Streben haben Wahrheit, MAB100DE und 
GerschtigEsiX’ (Pol.Ann, 3/206)1ebendig werden lassen, und einen 
offenen Blick für wute Beispiele anderswo wahren, Darum lobt Mur- 
hard den Standpunkt der grossherzogl.hess. Regierung, is in der 
Einleitung zu ihrem Justizverfassung vom 11Dezeyber 1 u erklärt, 
„das Gute ohne Rücksicht auf Seine Quelle zu ehren und dasjenige 
zu einem Gemeingute zu erheben,was- in jedem Teile des Staates Sich 
als Yahrheit vorzüglich und die echte Freiheit fördernd darstellt" 
(B.Z.Nr.74). Nichts ist verwerflicher als nationaler Eigendünkelg. 
J 9402 Tölk hat seine Vorzüge und Mängel, und die eigene Vortrefi- 
X chkeit soll uns nicht blind machen gegen das,was unbeschadet 
‚erselben wieder andere Völker vor uns vVor8&us haben” (K.Z.Nr.22/3) 
30 mögen die Völker, die „nach vieljährigen blutigen Kämpfen" das 
Bestreben haben, sich „als eine große Familie in Gottes schönem 
Reiche” zu erkennen, auch bei der Einrichtung ihrer Verf hseungen 
von einander lernen, Zwar muß eine geu1000 Ueberlegung dabei herr- 
schen ,denn „der Buchstabe einer Ver eSSUnE und Gesetzgebung mag 
def den verschiedenen Völkern derselbe sein; nie geben Sie die=- 
selben Resultate, die mehr das Werk das Geistes und Charakters 
\es.. Menschen sind. Das Wort lässt sich übertragen, nicht der, ) 
geist, der im Leben und durch es sich bildet und entwickelt (Pol. 
An 10/71), und „von dem schöühsten Papierplanen zur lebendigen 
F£aseung eines Volkes " ist noch ein großer Schritt (Po.Ann,4/ 
#60).Geng besonders warnt er vor einer Nachahmung der englischen. 
Jerfassung. Schon in’ der B.Z. (N 12) wehrt sich Murhard ausfiühr- 
“ich gegen die damals noch gon2 übliche Hochs ht une AT engli- 
schen Verfassung« Er gieht darin nichts als eine äesache , zu GO 
/ontesquieuden Ton angegeben, und die dann Schmalz mit seiner u 
Untereründung dürch altzermanische Institutionen und der endenz
	        

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