Full text: Friedrich Wilhelm August Murhard

von der Haud des weniger radikalen Bruders Adolf Pollen herrührt, 
finden sich unter 5 2 zanz ähnliche Ge@ahkenreihen,%ine 1iters= 
rische Beeinflussung ist ausgeschlossen, da die Pollensche 
Schrift erst im Wintersemester 1817/18 entstand und nicht in die 
zu dem Follenschen radikalen Kreisen, die ja im Jahre 1318 der 
Bundesversammnlung ernstliche Reformvorschläge zu unterbreiten 
versuchten, Beziehungen hatte, die gewisse ultraliberale Tenden- 
Ben, von denen im vorigen Kapiteb äie Rede, an ihm verständlicher 
machen, J 
‚ Die weitere Wntwicklung der Dinge hat dann aueh im 
jurhard ruhigere und praktischere Anschauungen aufkommen lassen. 
Die Nation der Deutschen, blutige Revblutionen verabscheuend, je# 
dem Spiele mit der Gewalt des. Zufalls abzensigt, will mit Beson= 
nenheit, Ruhe und Ordnung nach ‘den Andeutungen der Zeit“ (Pol. 
Ann.5/119) an die Lösung ihrer Frage herantreten; und deshalb hat 
85 keinen 7ert, irgendwelchen i@ealen Träumen nachzujag9n die 
doch nicht zu verwirklichen sind und in fruchtloser pekuleation 
endigen, sondern man muss sich „Vor allem an das Praktische halr 
ten", „men hat die Elemente der Föderation zu nehmen wie sie 
sind", als „ein Gegebenes auf dem fortzubauen ist, und e8 kommt 
keinem zu, etwas daran ändern zu wollen” (ebd.8,.128), Klar er=s 
kennt seine Kritik, dass das 7rojekt des Landgrafen Friedrich &“ 
von Hessen und seines Staatsministers Schlie@fen, einen deutschen 
Bund zu gründen mit Ausschluß von Preußen und Oesterreich deshalb 
unbrauchbar, weil es nur deutsche Verhältnisse im Ag DStten. 
anstatt dabei das gesamte europäische Interesse zu erücksich= 
tigen" (pPoL.Ann. 9/9. Noch weniger erscheint ihm der Fürstenbund 
Friedrichs d.Gr.,einen Lösungsweg zu bedeuten, denn „Sr u 
für die Zwecke Preußens als Macht in Deutschland berechnet" (ebd, 
5,10). Die LS kann nur dann fruchtbar gestaltet werden, 
wenn wirklich alle deutschen Groß- und Kleinstasten 29 ANORBE 
faßt werden, und deshalb war es „das Resultat der tiefsten Staats. 
weisheit” (ebd.5.11), dass Kaiser Franz die bank Ah 
Kaiserkrone über Deutschland ausschlug, denn so würde unter dem 
Scheine einer Einheit, den ein solches Oberhaupt gebracht hätte, 
die alte Leidenschaft des Antagonismus wieder aufgelebt sein, 
Aie Deutschlands Unglück kurz zuvor herbeigeführt und würde. 
seiner geistigen Einigung mehrfache Hindernisse In on HOg 89 
Legt haben" (PO1.Ann,9/117, 30 ist der deutsche Bund, der im 
Prinzip yıcht1gSte Weg; „Elles kommt auf den Geist an, der vor- 
herrschend wird" (Pol.hm,.5/110), Es ist unriehtig aRZUNORMeNs. 
dass nur ein Verein von Republiken das Wesen des ndesstaates 
ausmachen könne gegenüber einer aus Souverän-monarchischen 5Staa- 
ten zusamengesetzten Föderation, „Die dies98 behaupten oder. 
befürchten, verwechseln Souveränität mit Willkumherrschaft" (Pol. 
Ann.9/114). Und Gürres verweist er gegen dessen Zinwand, dass 
sich 39 50 unglg1che Staatsgebilde nicht so zusammenbinden könnte: 
auf das Beispief der Schweizer Kantone und ganz besonders auf 
äaie unzleichen Grüößenverhältnisse in den Staaten der Amerikani- 
schen Union, Das Recht der Selbbterhaltung ist durchaus verein 
barlich mit der Pflicht zur Gemeinschafte Sn a 
Und mun wird der ganze weiters Aufbau auf den typisch 
liberalen Gedanken der Realisierung der Rechtsidee A 
Die „Rechtsgleichheit ist die notwendige, unerlässliche Bedingung 
jedes freien Bundes@; denn ohne dieselbe wäre.nur blinde Unter= 
werfung der mindermächtigen 5taaten unter den Willen oder die. 
Willkür der N Michtigeren“(Pol.Ann.5/116). Die S1-Derung solcher 
Zustände ist aber nur möglich durch feste und liberale Insti- 
tutkonen, die mittels einer zweckmäßig organisierten Bundesver-= 
sammlung zu erlangen steheng@"(ebd.5.117)« Aufs stärkste wird num 
der Zusammenhang und die Verbindung A 
der Bundesversammlung und der inneren UeeeeTation der einzelnen 
Bundesstaaten betont. Der Bundesstaat darf micht Türgtenorgen. 
bleiben,er muss. vielmehr "Organ der deutschen Nation"werden.
	        

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