Full text: Friedrich Wilhelm August Murhard

BEinıeitun g. 
dr nr a a 
Das ausgehende Zeitalter des AbsoJlutismus und der Beginn neue: 
sozieler und politischer Vors stellungen. 
Was dem kulturellen und staatlichen Leben der Antike 
Äremd Ast, der doppelte Dualismus von weltlicher und geistlicher 
‚3W°" 3> os oerseits uud van Volk und Herrscher endererseits, kenne 
- Adhuet bedeutungsvoll die Geschichte des Mittelalters und hat 
mit seiner Weberwindung die Neuseit heraufgeführt. gener erst- 
genannte Dualismus findet mit der Reformatlon Beine Lösung Zu 
nutzen des Staates; den zweiten SnPEg1510000 ist das Bestreben 
der sich ihr nächstanschliessenden Ja irhunderte. Diesen ständisch- 
fürstlichen Dualismus zu bezeiltigen ist heben der ganz verein- 
zelten Lösungsform wie in England, das Ständetum orgenie® in den 
als Einheit gefannten Staat Sufzunehmen, und der selteneren einer 
arisiokratischen Ständeverfassung mit einem machtlosen 
an der Spitze, wie etwa in Polen umd im deutschen Reiche, die 
Art am wirksemeten geworden, wie sie sich in Frankreich und Seit 
Jem dreissigjährigen Kriege in allen grönge7eP deutschen Terri- 
g01.en durchsetzt. Die Macht der Stände wird, oft unter heftigen 
Wän.. en, von der Fürstengewalt gebrochen oder faktisch unwirksam 
“emacht, Der Staat wird Eusserlich und innerlich zu möglichster 
Einhezt gusanmensufassen gesucht, ein vom Fürsten frei verwend- 
bares Heerwesen geschaffen, den Rechten feudaler Freiheit 
zagın ten des Staates Abbruch getan, vor allem auf dem Gebiete 
der Hechtspflege, ein staatliches Fachbeamtentum herangebildet, 
besonders für die Zwecke der Finanzwirtschaft, und der ständijes 
sachen Selbstyerwaltung in atreng zentralistisch gerichteter 
Regierung zur höchst untergeordnete Stellung gewährt. 
| In Deutschland wurde dieser Aufriss des staatlichen 
Lebens, der Ausgleich der in ihm wirksamen Krä.te Cr Einzelnen 
wie der Interessengemeinschaften, gegen Ende des 18, Jahrhunderi8 
him in sunehmendem Mbße verändert, Dabei zielte es mehr auf die 
geistigen und seelischen Werte, 21s auf die äussere Form ab,die 
sich ja gerade in Deutschland erst verhältnismäßig spät unter 
Priedrich d.Gr, und Marie Theresia, Schließlich unter Josef II. 
gu höchster Leistung erhob. Es waren die geistigen Strang, 
die mit Aus“ nz des 18,Jchrh. in dem Umfang als der Kreis ihrer 
Träger wuchs, &n zunehmender Bedeutung gewänn9n, und die auf eine 
Erneuerung der (-—undlagen der ganzen Lebenshaltung vornehmlich 
der geistigen, ihr Augenmerk richteten, Indem auf Yegen , äie 
zuoberst und zuerst u * \chtigste Gewalt des Absolutistischen 
Zeitalters, der staat, mic der Zertrümmerung der Feudalstände 
vetreten hatıe, ein neues "”ürgertum zustande kam, das bestrobt 
wer, mu möglichst klarer Erkenntnis seiner Selbstatändigkeit und 
seines sittlichen Wertes zu gelangen, gm such die Erörterung 
der damit im Zusammenhang stehenden DO] itischen Fragen immer 
wreijere und bedeutsamere Kreise, Wie man bisher vornehmlich 
das Individuum kannte oder die Sümme der einzelnen Individuen, 
30 war such das Staatsideal an das Individuum geknüpft oder an 
eine vertraglich gebundene Individuensumme, DetESE HUNET SEE 
jetat Vorstellungen, die bisher mur 8407 versteckt sth / 
waren, Wachstum und kräftiges Leben, s man den Menschen nicht
	        

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