Full text: Ueber Brenzcatechin und Ericinon

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vom Schwefelblei sodann auf dem Wasserbad bis zur Trockniss 
eingedampft und der Rückstand der Sublimation unterworfen. 
Diese Sublimation konnte nur immer mit. kleinen Mengen 
zwischen zwei Uhrgläsern ausgeführt werden. Die ersten Pro- 
ducte der Sublimation waren flüssig und enthielten gewöhnlich 
viel Essigsäure, und erst die späteren zeigten beim Erkalten 
einen krystallinischen Anflug und zuletzt, wenn die rückständige 
Masse der vollständigen Verkohlung, die vorzugsweise durch 
Zersetzung des empyreumatischen Oels hervorgerufen wurde, 
nahe war, überzog sich die innere Wand des als Deckel die- 
nenden Uhrglases mit nadelförmigen Krystallen, die sich meistens 
in kleinen Gruppen zusammenhäuften. 
Ich will hier noch ganz besonders darauf aufmerksam 
machen » dass der Rückstand zuletzt noch recht stark erhitzt 
werden muss, um alles Ericinon zu gewinnen, da die Erfahrung 
gelehrt hat, dass unter diesen Verhältnissen erst gegen das 
Ende der Sublimation der grösste und reinste Theil übergeht. 
Die so erhaltenen Krystalle werden aus Alkohol umkry- 
stallisirt und dann zwischen Filtrirpapier gepresst, um so viel 
wie möglich das hartnäckig anhängende brenzliche Oel wegzu- 
schaffen. Um sie chemisch rein zu erhalten, ist eine wieder- 
holte Sublimation zwischen zwei grossen Uhrgläsern so lang 
nothwendig, bis die Krystalle vollkommen weiss erscheinen, was 
allerdings erst nach sechs- bis achtmaliger Sublimation zu ge- 
lingen pflegt. 
So umständlich diese Art der Sublimation auch erscheinen 
mag, so hat sie sich doch in diesem Falle für die beste und 
am wenigsten einen Verlust nach sich ziehende bewährt. Ein 
kleiner Apparat, auf ähnliche Weise construirt, wie Mohr ihn 
für die Darstellung der Benzoesäure vorschreibt, liess sich hier 
mit Vortheil nicht anwenden, da gewöhnlich der grösste Theil 
des Sublimats mit dem brenzlichen Oel vom Papier eingesogen 
wur. . 
A 
de.
	        

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