wurde der dadurch entstandene Arbeitsausfall durch die Aufnahme des Baues von Strassenbahnlokomotiven
gedeckt, deren Herstellung sich - in. der Folge, dank der grossen. Nachfrage, zu einem wichtigen
Fabrikationszweige erweiterte. Die erste Strassenbahnlokomotive war für die Companhia Carris de Ferro
in Porto bestimmt und wurde am 12. Januar 1878 vollendet.
Bedürfnisslos und äusserem Scheine abhold, wie seine Vorfahren, suchte und fand er, wie diese,
seine ganze Befriedigung in seiner schaffenden Thätigkeit und im Gelingen seiner Unternehmungen. Wie
jene liess auch er alle Erträge des Geschäfts diesem selbst wieder zu Gute kommen. Im gleichen Schritt
mit dem Wachsthum derselben wuchsen daher die Ausdehnung und die Leistungen des Unternehmens.
Ein Blick auf die Lagepläne des Werkes aus den Jahren 1855, 1873 und 1898 lässt die sehr bedeutende
Erweiterung der Fabrikanlagen unter Oskar Henschel erkennen.
Die Wohlfahrt der Arbeiter lag ihm besonders am Herzen. Der Fürsorge für dieselben hat er
durch den Bau von Arbeiterwohnungen, die Gründung und reichliche Unterstützung mehrerer Kassen
Ausdruck gegeben. Durch seine Bestrebungen in diesem Sinne ist es ihm gelungen, das von je bestehende
gute Einvernehmen mit den Arbeitern dauernd zu erhalten:
Oskar Henschel hat auch in verschiedenen Stellungen des öffentlichen Lebens, zu welchen er
durch das Vertrauen seiner Mitbürger und der Verwaltungsbehörden berufen ward; erfolgreich gewirkt.
Er gehörte u. A. der Leitung der Berufsgenossenschaft, dem Bürgerausschuss und der Handelskammer —
dieser lange Jahre hindurch als Vorsitzender —, dem Kommunal- und Provinziallandtage, dem Volkswirth-
schaftsrathe und der ständigen Kommission für das technische Unterrichtswesen, ausserdem einer grossen
Zahl wohlthätiger und wissenschaftlicher Vereine an. Seine hingebende Wirksamkeit für die öffentlichen und
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