Volltext: Zur Vollendung der 5000sten Lokomotive und der ersten 50 Jahre des Lokomotivbaues in der Fabrik von Henschel & Sohn Cassel

Seit dem Tode des Vaters stand Anton Henschel sein Sohn Georg Alexander Karl, 
geboren zu Kösen den 7. Mai 1810, zur Seite, der ihm in allen praktischen Angelegenheiten, besonders 
in der Leitung des Geschäfts- und Fabrikbetriebes eine starke Stütze war. Er hatte seine praktische Aus- 
bildung in der väterlichen Fabrik, seine wissenschaftliche auf dem Gewerbeinstitut in Berlin erworben und 
auf der Universität Göttingen Mathematik studirt. Künstlerisch und -technisch befähigt, wie sein Vater, 
wandte er sich im Gegensatz zu diesem mehr den praktischen Aufgaben zu, um in dieser Hinsicht die 
Thätigkeit seines Vaters wirksam zu ergänzen. Ihm ist in erster Linie die Erweiterung der Absatzgebiete, 
die Einführung neuer Fabrikationszweige und überhaupt die geschäftliche Entwickelung des Unternehmens 
zu danken. In späterer Zeit ruhte die ganze Last der Geschäftsleitung auf seinen Schultern allein, da 
sein Vater mit zunehmendem Alter sich hiervon zurückzog, um sich ausschliesslich mit Studien und Ver- 
suchen zwecks Lösung neuer Aufgaben zu beschäftigen. 
Die Leistungsfähigkeit des Werkes erfuhr unter ihm eine wesentliche Steigerung, und er wusste 
die hierdurch veranlassten vermehrten Bedürfnisse mit den zu Gebote stehenden beschränkten Mitteln zu 
befriedigen, indem er durch verbesserte Organisation und Einführung vortheilhafterer Arbeitsweisen die 
Selbstkosten in denjenigen Grenzen hielt, welche der allmählich zunehmende Wettbewerb zur Be- 
dingung machte. 
Seine auf vielen Reisen im In- und Auslande erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen und seine 
dort angeknüpften Verbindungen kamen ihm dabei sehr zu Nutze. 
Eins der wichtigsten Erfordernisse für die Durchführung eines geregelten Grossbetriebes ist, 
neben der Verwendung der vollkommensten Hilfsmaschinen und Werkzeuge, die einheitliche Arbeitsleitung 
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