Full text: Zur Erinnerung an die Feiern am 14. und 15. August 1910 aus Anlaß der Vollendung der Lokomotive Fabriknummer 10 000 und des hundertjährigen Bestehens der Firma Henschel & Sohn, Cassel

Männer, die vor 40 Jahren mitgearbeitet haben an der 
Aufrichtung des deutschen Reiches. Darunter viei schiichte 
Männer mit grauem Haar und grauem Bart, mancher mit 
leidendem Gesicht, diese alle wollen heute ihrem Kaiser unter 
die Augen treten und sind glücklich und stolz in der Erinnerung 
daran, daß sie mithalfen, das neue deutsche Kaiserreich, das 
preußische Kaiserreich deutscher Nation aus blutigen Schlacht- 
feldern zu gründen. Deutschland, einst zerrissen, nun geeint, 
einst schwach — nun stark, einst verachtet — nun geehrt 
im Rate der Völker! Auf dem Boden eines geeinten, starken, 
geachteten Vaterlandes — welch eine Entwicklung deutschen 
Könnens und Schaffens in den letzten Jahrzehnten! 
Eine neue Zeit ist heraufgestiegen. Im Sturmschritt hat sich 
die deutsche Industrie entwickelt zum Segen des Vaterlandes. 
Bei dieser Aufwärtsbewegung deutscher Betriebsamkeit steht 
mit in vorderster Reihe das Unternehmen, dessen Jubelfest 
wir feiern. Den Ruhm deutschen Könnens, den guten Klang 
deutschen Namens hat es über die Grenzen des deutschen 
Reiches hinausgetragen in die weite Welt, in alle Erdteile. 
Männer der Arbeit! Seid stolz, solchem Unternehmen mit- 
arbeitend anzugehören, dem Werden einer neuen Zeit, dem 
Vaterland mit Eurer Arbeit gedient zu haben! Das aber sei 
Euer Stolz auch in Zukunft, mit Freuden dem Vaterland zu 
dienen auf der Arbeitsstätte des Unternehmens, dessen Ent- 
wicklung mit dem Werdegang des deutschen Reiches im ver- 
gangenen Jahrhundert innig verknüpft ist. — 1810, ein Zahr 
der Not in der deutschen Geschichte und im Hause Henschei. 
Da ward von Georg Christian Karl Henschel mit seinem Sohne 
Johann Werner Henschel, der die Künstlerlaufbahn unter 
brach, um dem bedrängten Vater beizustehen, des Werkes 
Grundstein gelegt. In steter Arbeit ist es dann langsam 
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