Full text: Stammregister der Familie Lucae

Diese Reisecompanie bestand größtenteils in schle- 
sischen und polnischen Edelleuten,welche bisher im 
Briegschen Gymnasium studiret hatten.Wir bedienten 
uns zweier schlesischer Landkutschen und reiseten 
im Geleite des Herrn um 1 Uhr aus Breslau, Den Weg 
nahmen wir durch Niederschlesien über Neumark,Lieg- 
nitz und Bunzlauf — ein Weg führte weiter über Lau- 
sitz,Görlitz,Lleipzig,Lützen,Erfurt,Gotha,Fulda,Sal- 
münster ,Frankfurt,Darmstadt,Weinheim nach Heidelberg. 
Iucae beschreibt in seiner Chronik eingehend die 
Sehenswürdigkeiten der Städte und seinen weiteren 
Weg, den ich aber ‚wie schon angeführt,nur auszugs- 
weise bringen kann.- 
"In Heidelberg war damals Magnificentissimus Rektor 
Herr Graf von Wittenberg aus Schweden und Prorector 
Herr Sebastianus Ramsbeck.An Proffessoribus hatte die 
Universität keinen Mangel,darunter aber nur. wenig 
ihrem Beruf gemäß fleißig docirten. Unter den Theolo- 
gen fing Herr Dr.Spanhemius gern viel an, endigte aber 
wenig,gab jedoch einen unvergleichlichen Disputatoren 
ab.Unter seinem Präsidio mußte ich einmal in Gegenwart 
des Kurprinzen und vor einem großen Auditorio peroriren. 
(Friedr.Spanheim,geb.1632 zu Geneve,starb1670 als Pro- 
fessor zu Leyden) Bei der juristischen Facultät flo- 
rirte der alte Cuno, von dem es hieß ,wenn der corpus 
juris verloren wäre, würde man es in seinem Kopf wieder- 
finden. Ebenso hatte der berühmte Dr.Böckelmann großen 
Zulauf — Von dort besuchte Lucae auch einigemale Speyer; 
siehe hierüber die beigelegten Blätter aus dem"Pfälz. 
Museum"Jahrgg.1923, Albert Becker "Heidelberger Studen- 
ten in der Pfalz". Anno 1664 reiste Lucae nach Holland. 
Die Reise ging über Frankfurt.- 
"In. Frankfurt suchte ich mir Reisegesellschaft in's 
Niederland und find auch wider Erwarten schnell welche, 
bestehend in mehren jungen Leuten darunter sich auch 
ein Bruder der Degenfeldin, Freiherr von Degenfeld be- 
fand,den der Churfürst als Envoye (Gesandter) nach 
Brüssel an den spanischen Gouverneur Don Castell Ro- 
drigo schickte.Unsere Companie miethete dann für wenig 
Geld einen Nachen bis nach Cöln und reisete an einem 
Donnerstag des morgens im Namen Gottes von Frankfurt ab. 
.B91-
	        

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