Full text: Beschreibung der Gesundbrunnen und Bäder bey Hofgeismar

78 HI. Abtheilung. II. Abschnitt. 
Das Bad gebraucht man gemeiniglich warm. 
EZie wann aber? das müssen die Beschaffenheit des 
Körpers, die Krankheit, das Befinden, und das Ur 
theil des Arztes zeigen. Je wärmer das Wasser ist, 
destomehr öffnet es die PoroS der Haut, es dringet 
häufiger in den Körper, es zertheilet den Schleim und 
zähen Säfte stärker, und öffnet überhaupt die Befasse 
mehr, es vermehret den Schweiß und andere Auslee 
rungen, es erschlaffet und erweichet die Fasern mehr. 
Ein kaltes Bad hat mehr gegenseitige und zusammen 
ziehende Wirrungen. Von der Temperatur eines 
Wassers hangt also vieles in der Wirkung ab. Per 
sonen, die eine und eben dieselbe Krankheit haben, die 
aber fetter oder magerer sind, mehr oder wenigere 
Feuchtigkeit haben, und deren Körper daher an sich 
hitziger oder kalter ist, können nicht einerley Grad der 
Warme vertragen. Das ist physisch ausgemacht. 
Mün begreift leicht, daß der unmedicinifche Curgast 
nichts nach allgemeinen Vorschriften thun kann, weil 
er seinen Körper nicht kennt. Er kann sich vielen 
verdrieSlichen Zufallen bloßstetlen, wenn er seiner Will- 
kiihr folget. Es ist ein großes Heilmittel, es kann 
aber auch, durch den verkehrten Gebrauch, sehr scha 
den. Der gegenwärtige Arzt beurtheilet den Körper, 
die Krankheit, und er kennet die Wirkungen seines 
Heilmittels am besten, und bestimmt den Grad der 
Warme, welcher am zuträglichsten ist. Selten ge^ 
braucht man das Bad heißer, als die Warme des 
Dlnres in gesundem Zustande ist, welche 94. Grade 
nach dem Farenheitischen Thermometer ausmacht. 
Das erstemal macht man das Bad nur laulich, 
und in der Folge warmer, und gewöhnet dadurch den 
Körper zu der Annahme derjenigen Wärme, welche 
ihm
	        

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