Anleitung z. Gebrauch d. TrinkwasserS. 7;
der. Arzt entscheiden. Es lässet sich nicht geradezu
erwas allgemeines bestimmen.
Hat man eine weite Reise gemacht, und etwa
Dadurch den Körper geschwächt, so erholet man sich
erst einen oder zwey Tage durch Ruhe.
Nun fangt man die Cur wirklich an. Um 5.
oder 6. Uhr des Morgens steht man auf, kleidet sich
nachgerade an, und gehet eine Stunde darauf, wenn
die Bettwärme und Schweiß den Körper verlassen
haben, und wenn die alles belebende Sonne die kühle
Morgenluft gemildert, und die schädlichen Dünste ver
trieben hat, zur Quelle. Malt trinket den ersten Tag
bis 6. Gläser voll, wie sie bey dem Brunnen sind,
und steigt die folgende Tage so fort, bis man, gegen
den ^ken Tag, eine ganze Bouteille und mehr trinkt.
(Beyläustq will ich hier anführen, daß man zu Hof
geismar Bouteillen von ähnlicher Größe hat, als zu
Pyrmont,) Die größte Portiolt des Wassers, welche
man gemeiniglich täglich zu sich nehmen muß, ist
8. Pfund, oder ohngefehr 2. Bouteillen. Die Men
ge desselben hänget von der Beschaffenheit des Kör
pers und der Krankheit ab, und wie der Brunnen
dtirchdringet und abgehet. Denn man muß keine zu
große Portion trinken, wenn er Drücken im Magen,
Kneipen, Angst, Austreiben des Leibes macht; Kurz,
nicht bald in die kleinern Gefäffe dringet, durch den
Stulgang, Urin, und die Auödünnstung, fortgehet.
Deswegen ist es besonders gut, wenn man im An
fang eine geringe Quantität trinket, und steigt. So
wird der Magen nach und nach an das Wasser gewöh
net , unb er verträgt das größere Maas ohne Be
schwerden. Einige Personen müssen auch wol 2. bis
3. Tage hintereinander Salz, oder ein anderes eröff-
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