Full text: Beschreibung der Gesundbrunnen und Bäder bey Hofgeismar

7o ui. Abtheilung. I. Abschnitt. 
führet, und diese Ausleerung verlieret allemal durch 
jene. 
Das war ein wesentlicher Vorzug. Es sind der 
selben aber noch weit mehrere. Man ist gezwungen 
zu reisen, mar: erschüttert einmal den Körper. Die 
Säfte werden schon bester herumgeführet, und schon 
kömmt ein besterer Appetit. .Die abwechselnden Ge 
genstände , die uns oft entzücken, die wachsende Hoff 
nung , bald von allen Plagen frey zu werden, be 
leben uns, je naher wir dem Orte kommen. Bey 
dem Genuß eines Brunnen müssen wir frey leben, 
wir müssen, soviel als möglich ist, die Fröhlichkeit su 
chen ; keine hefftige Leidenschaffr darf sich unser bemäch 
tigen, wenn wir den gehofften Nutzen erhalten wollen. 
Keine Arbeit, die das Amt gebiethet, darf uns zu sehr 
fesseln, kein Verdruß darf uns niederschlagen, kein 
Schrecken darf uns erschüttern, kein Gram uns mar 
tern , kein Zorn unser Blut erhitzen. Selbst die heff 
tige Liebe ist schädlich. Sie darf uns mit ihren sanf 
ten Empfindungen reizen , sie darf uns aber nichc zu 
schmachtend beunruhigen. Von allen anhaltenden 
Sorgen muß man frey seyn. 
Selten können wir dieses reine Glück zuhause ge 
nießen. Wenn wir uns auch noch so sehr von Ge- 
schafften entfernen wollen, so fallt doch oft etwas wich 
tiges in dem Amt vor, welches uns anvertrauet ist. 
Wir lieben die Pflicht zusehr, wir übernehmen die Ar 
beit, sie hat oft etwas verdrießliches, und wir schaden 
uns aus einein irrigen Triebe. In der Familie fallen 
Unordnungen vor, wir ärgern uns. Gehen wir auch 
auf das Land, so haben wir gemeiniglich zulangwei 
lige Einsamkeit. Ein guter Freund, ein Haus eines 
Verwandten kann uns nicht immer zerstreuen. Amts- , 
geschaffte
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.