Full text: Beschreibung der Gesundbrunnen und Bäder bey Hofgeismar

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Dritter Abschnitt. 
Von der kebeusordnung für die 
Curgaste insbesondere. 
/T* s ist eine ausgemachte Wahrheit, daß aller Ge- 
Mr brauch von Arzneyen eine sorgfältige Diät erfo- 
dert, wenn die Wirkung so seyn soll, wie wir 
es erwarten. Der ordentliche Arzt vergißet daher nie, 
bey seinen Verordnungen, die nöthige Einleitung hierzu 
zu geben, und der Kranke leidet allemal darunter, 
wenn er wider die Diät handelt. Eine Wassercur er- 
fodert, in vielem Betracht, ein noch strengeres Verhal 
ten, da ein Mineralwasser auf einige Art täglich wir 
ken muß. Alle Wirkungen, die ein solches Wasser 
zur Genesung äussern soll, muß man also niemals durch 
Unordnungen stören. 
Viele essen bis zum wahren Überfluß; viele las 
sen sich von den kitzelnden geistreichen Getränken zum 
ausschweifenden Genuß verführen; viele arbeiten oft 
so, daß sie ihre nöthigen Kräfte schwächen; viele ru 
hen bis zur Trägheit, und nähren ein dickes Blut; 
viele vergnügen sich oft bey vorfallenden Gelegenheiten 
solange, bis Geist und Körper zum weitern Genuß 
ganz untüchtig sind; andere schaden sich durch andere 
grobe Fehler in der Lebensordnung. Alles das muß 
bey dem Gebrauch einer ernstlichen Cur wegfallen. 
Die Masigkeit muß hier immer herrschen. 
Was ich von der Lebensordnung bey der Brun- 
nencur an und für sich sagen werde, was hier die 
Nothwendigkeit gebiethet, das gilt auch auf einige Zeit 
vor und nach derselben bey allen Curgasten. Hat 
man wirklich unordentlich bis zur Gewohnheit gelebt. 
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