Full text: Beschreibung der Gesundbrunnen und Bäder bey Hofgeismar

82 m, Abtheilung, n. Abschnitt. 
niemals die Folge, gleich bey dem Gebrauch völlig zu 
genesen. Oft kömmt erst nach einigen Wochen dar 
auf die vorzüglichste Besserung, sowol aus das trinken, 
als auf das Baden. 
Einige Personen bekommen nach dem Gebrauch 
des Bades einen rothen, etwas erhabenen, bald größern 
bald kleinern Ausschlag an den Oberarmen, am Halse, 
auf der Brust, am seibe, am Creuze, an den Beinen, 
bald an einem, bald an mehrern Theilen zugleich, wel 
chen man das Badfriesel nennet. Einige bekommen 
denselben schon wahrend der Badcur. Gemeiniglich 
ist er trocken, zuzeiten nässet er. Er macht Brennen, 
Jucken, und oft dadurch Schmerzen. Im Bade 
fühlet man selten Unruhe davon. Viele bekommen 
ihn auch gar nicht. Er ist indessen allemal ein heil 
samer Auswurf der Scharfe, und man muß denselben 
nie dmch unzeitiges Purgiren, Erkaltung, oder zufrü 
hes Einstellen des Badens zurücktreiben. Er wird 
dadurch erzeuget, und trocknet auch wieder bev dem 
fortgesetzten Gebrauch, und fallt in kleinen Schuppen, 
wie Kleye, ab. (*) 
Drit- 
(*) Sollte dieser Umstand aber bey Körpern, die eine zu- 
empfindliche oder zärtliche Haut haben, von einem zustarr 
ken Reize der Bestandtheile des Badwaffers, oder von 
einem zustarken Trockenwerden und Aufspringen der 
Oberfläche des Körpers, nach dem Bade entstehen; so 
ist der Medicns deswegen zu befragen. Vielleicht wird 
er ein ganz gelindes Balsamiren des Körpers, im Falle 
wenn das Brennen, Jucken ober Schmerz dem Bad- 
gaste unerträglich seyn sollte, und solches nicht als etwas 
heilsames anzusehen wäre, anrathen Vor sich mag aber 
kein Curgast in diesem Falle etwas thun, sondern es 
dem Brunnenarzt anheimstellen. A. d. H.
	        

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