Full text: Touristen-Führer für die Umgebung von Cassel

Wir biegen nach links in die Schneise ein nnd beginnen den 
schönsten Spaziergang, der sich denken läßt, der anmnthigste in 
nnserer, in dieser Beziehnng reichen Umgebung. Die zn beiden 
Seiten stehenden mächtigen Bänme wölben förmlich einen Dom 
Über nns, der weichste duftigste Nasenteppich ist unter unsern 
Fußen ausgebreitet, und die finfeube Sonne, die hinter unserm 
Rücken gegen die Berge sich neigt, sendet ihre vollen Strahlen 
die Schneise entlang, glitzert ans den schwankenden Spitzen der 
Gräser, lagert golden auf den Blättern, schlüpft durch Laub 
und Zweige und tänzelt ans dem Boden des Waldes so, daß 
Alles funkelt und blitzt, als seien überall Smaragden ausgestreut. 
Wem da nicht das Herz aufgeht, der hat keins, und wer hier 
nicht Neigung verspürt, mit den lieblichen Sängern des Waldes 
seine Stimme zum Himmel empor klingen zu lassen, der hat nie 
in seinem Leber: gesungen. Wir durchwandern fast den ganzen 
Wald in dieser Schneise, immer südöstlich, am Schluffe biegt sie 
ein wenig östlich. Beim Austritte ans dem Walde liegt das 
hübsche Melsnnger Thal im Abendglanze vor uns, zur Linken 
stattlich sich präsentirend: Guxhagen. Wir gehen nun fort 
während bergab bis Melsungen, wo wir im Gasthofe zum 
Prinzen, im Adler und in der Bahnhofsrestanration ein Abend 
essen erhalten können, das jetzt, nachdem wir. die Anstrengungen 
hinter uns haben, vortrefflich mundet. Von hier benutzen wir 
den Eisenbahnzug, der uns (gegen 10 Uhr) nach Cassel bringt. 
Manche ziehen es vor, von Cassel nach Melsungen zu fahren 
und von dort ans den Heiligenberg zu besuchen. Wer dies thun 
will, der geht vom Bahnhöfe über die steinerne Brücke und 
grade ans durch die Stadt, immer die — später rechts biegende 
— Fahrstraße entlang, deren Krümmung durch ben links neben 
dem Wassergraben hinauf ziehenden Fußweg abzuschneiden ist. 
Im Walde angekommen, theilt sich die Straße in 5 Wege; man 
benutzt den, welcher ziemlich grade ans in die breite Schneise 
führt, und gelangt, immer in dieser fortwandernd, am Ende 
durch die oben genannte Birkenallee zum Heiligenberg. — Wir 
haben den Weg in beiden Richtungen gemacht, ziehen es jedoch 
vor, von Gensnngen ans den Berg zu besteigen, weil der Spa
	        

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