Full text: Touristen-Führer für die Umgebung von Cassel

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einer die Statue des Neptun placirt ist. Bis zur Bildsäule 
des Herkules sind es 842 Sülsen. Die Oaseaäeu sind auf 
Felsenart von raugehauenen und ungehauenen Dncksteinen ge 
fertigt, die IV2 Stunde weit herangeholt werden mußten. Um 
den Anblick voll zu genießen, stellen wir uns der Neptungrotte 
gegenüber auf, über welche die Wasser am Schluß einen durch 
sichtigen Schleier ziehen, der dem Ganzen einen prächtigen Ab 
schluß giebt. Am schönsten erscheinen die Cascaden in der zweiten 
Hälfte des Juni, wo die Sonne sich voll auf die Wasser lagert 
und sie wie flüssiges Silber aussehen. Von einem Wasserfalle 
zum andern geleiten die Parkwärter die Schaar der Schaulustigen 
und wenn wir ihnen folgen, kommen wir überall zu rechter Zeit 
am Auf die Cascaden — die jedoch nur Sonntags in Thätig 
keit sind — folgt der Steinhöfer Wasserfall, unter Wilhelm I. 
von Steinhöfer angelegt; dann die Teufelsbrücke, in deren 
Nähe die Plutogrotte liegt Auf dem Wege zum folgenden 
Wasserfalle wenden wir das Auge noch einmal zurück, um unter 
der Brücke — auf der wir gestanden — durch und über dieselbe 
hin den eben gesehenen Wasserfall zu betrachten, was besonders 
bei Sonnenschein einen neuen Reiz gewährt. Wir gehen am 
Aquäduct — nach der Angabe Wilhelms I. ausgeführt — 
entlang und stellen uns etwas weiter unten mitten in der 
Wasserrinne auf, wo sich ein breiter Übergang zeigt, sehen hier 
die Wasser 120 Fuß hoch herabstürzen und gehen gleich darauf 
zum großen Bassin hinab. Von dort haben wir den besten 
Überblick, wenn wir uns so aufstellen, daß wir das Ganze — 
also auch die später entstehenden kleinen Cascaden — vor Augen 
haben. Wir befinden uns hier zugleich an beut geeignetsten 
Platze, um die Große Fontaine* ihre mächtige Wasser 
säule 150—180 Fuß hoch in die Lüfte schleudern zu sehen; ein 
grandioser Anblick. Beim leisesten Lufthauche ziehen die zer 
stäubten Wasser einen Schleier vor die, an dem Bergeshange 
stehenden Bäume uud auf der höchsten Spitze der Wassergarbe 
* Unter Friedrich II. in der Mitte des Bassins angelegt, stieg sie nur 80 Fuß, 
unter Wilhelm I. erhielt sie ihren jetzigen Platz und durch Verlegung des Sammel 
teichs ihre jetzige Höhe.
	        

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