Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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Stockhaus zu strafen. 6s werden Wochensteuern erhoben; der Ertrag einer 
staatlich genehmigten Klassenlotterie wird meist auch zu dem Zweck ver 
wandt. Eine besondere Kommission hat sich der Verwaltung anzunehmen. 
Da das 18. Jahrhundert noch auf der Oberneustadt einem französischen 
und einem deutschen Hospital das Dasein gegeben hatte, und außer dem re 
formierten durch das Vermächtnis der Frau Präsidentin von Franckenberg 
vom 13. Hai 1768 auch ein lutherisches Waisenhaus begründet worden war, 
so fand sich die westfälische Regierung einer Henge von Einzelstiftungen gegen 
über, in deren Verwaltung sie Einheit und Ordnung zu bringen gedachte. 
Und zwar betraf die Umgestaltung zunächst die Hauptstadt selbst. Am 29. 
Härz 1808 erging ein königliches Dekret, welches die Errichtung eines Zentral 
büros zur Unterstützung der Hilfsbedürftigen anordnete und die Verfügung 
über sämtliche Armen- und Wohltätigkeitsanstalten in dessen Hand legte. 
Dieses Büro, das wöchentlich einmal zusammentrat und direkt dem Hi- 
nister des Innern unterstand, setzte sich zusammen aus dem Haire der Residenz 
als Vorsitzenden, dem Gouverneur des königlichen Palastes, General v. Wurmb, 
dem General-Schatzmeister du Chambon, dem geistlichen Inspektor der fran 
zösischen Kolonien Klingender und den Räten Hassenpflug, v. Hanger und 
Bochs. Es ist bezeichnend, daß man die Altstädter Geistlichkeit völlig ausge 
schaltet hatte! 
Wenn das Gründungsstatut der Armenverwaltung in seiner Einleitung 
wohl nicht mit Unrecht hervorhebt, daß trotz der zahlreich vorhandenen 
hiesigen Stiftungen dennoch nicht das Rotwendige geleistet werde, eben weil 
ihre Hannigfaltigkeit keine gleichmäßige Verwendung zulasse, auch die Ver 
waltungskosten einen beträchtlichen Teil der Einkünfte vorwegnehmen 
müßten, so konnte doch schwerlich die Einheit der Verwaltung allein die ein 
zelnen Anstalten für die materiellen Verluste entschädigen, denen sie das neue 
Staatswesen unterzog, indem es ihnen einen großen Teil von Steuern, Zinsen 
und Renten entfremdete, weil diese nach der Verfassung des Königreichs 
überhaupt in Fortfall kamen. Für die Armenpflege wendete das Büro im 
Jahre 1809 im ganzen die Summe von 21711 Reichstalern 13 Gr. 6 Hl. auf; 
aber das Zuchthaus verlor mit der Komödiantensteuer allein 2000 Franken; 
das Elisabethenhospital bezifferte seinen Verlust an Lieferungen auf jährlich 
3589 und das reformierte Waisenhaus auf 9863 Franken. Dies war der Un 
segen verständnisloser Gleichmacherei! 
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