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besänftigen ... Hassen Sie es mich aussprechen: Die Auflösung der Garde-du-
Korps!" Das Wort machte den Kurfürsten sehr betroffen. 6r sah den Sprecher
grost an, sagte aber gleich: „Werden Sie nur erst ruhig, Sie find noch sehr an
gegriffen. Das geht unmöglich, bedenken Sie doch, die hessischen Dürsten
haben von jeher eine Beibwache gehabt. .. und dann die teuern Uniformen
und die Pferde. Dein, das ist unmöglich!“ Darauf Seidler: „Königliche Hoheit,
verhüten Sie um Himmelswillen ein größeres Unglück! Wählen Sie von zwei
Übeln das kleinste, denken Sie an die jüngsten Berliner Geschichten! Jch
habe dem Uolke versprochen, bei Eurer Königlichen Hoheit die Auflösung
zu bewirken. Jch darf nicht eher aus dem Palais gehen, bis ich die Zusicherung
erhalten habe. Jch würde in Stücke gehauen, wenn ich eine abschlägige Ant
wort brächte.“ Der Fürst ging bei diesen Worten unruhig im Zimmer auf
und ab. Das unaufhörliche Schießen auf der Straße hallte furchtbar in dem
Gemache wider. „Wozu nur noch immer das Schießen?" rief der Kurfürst
in leicht erklärlicher nervöser Stimmung. „Die Beute haben mir meine Wagen
aus dem Marstall geholt und Barrikaden damit gemacht. Sagen Sie den Beuten
doch, die Schuldigen sollten bestraft werden.“ — „Jch bitte Sie, Königliche
Hoheit,“ versetzte Seidler, „bemühen Sie sich mit auf die Straße und sprechen
Sie einige Worte zu dem Uolke! Jcln gehe nicht eher aus dem Palais ohne die
bestimmte Zusicherung der Auflösung.“ Bei diesen Worten war Seidler leb
haft geworden, und der Säbelriemen war ihm aufgegangen. Der Kurfürst
trat zu ihm heran und half ihm eigenhändig denselben wieder festschnallen.
Hierbei drang der Fürst nochmals in Seidler, das Uolk zu beruhigen, und da
dieser nicht weiter aufdringen wollte, so empfahl er sich.
7m unteren Zimmer traf er jetzt auch den Kriegsminister, Oberstleutnant
Weiß, dem er ans Herz legte, seinerseits ebenfalls alles aufzubieten, um den
Kurfürsten zur Auflösung der Garde-du-Korps zu bewegen. — „Jch habe
schlechte Hoffnung,“ entgegnete Weiß. „Damit gibt der Kurfürst einen Teil
von seinem Beben; doch will ich das meinige versuchen."
Inzwischen harrte man mit Ungeduld auf der Straße, welche Bot
schaft Seidler bringen werde. Er trat hinaus und gab den Zunächststehenden
die Hoffnung, daß dem Uerlangen des Uolkes willfahrt werde. Doch die un
bestimmte Auskunft vermehrte nur die Erbitterung. Schon wurden laute
Drohungen gegen die Bürgergarde ausgestoßen, welche die Eingänge zum
Palais besetzt hielt, und bedrohlich krachte Schuß auf Schuß in nächster Dähe.
Die Bage wurde von Minute zu Minute kritischer. Solange die Bürger
garde, der der hessischen Uerfassung zufolge die Aufrechterhaltung der Kühe
und Ordnung oblag, sich ihrer Aufgabe gewachsen zeigte, durfte das reguläre
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