Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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lobend über das Geschehene auszusprechen, ein Bob, welches man auch heute 
noch unterschreiben kann; denn wenn die Stadt Cassel uor blutigen Strafen- a 
und Barrikadenkämpfen bewahrt geblieben ist, so war es der Bürgergarde zu u 
verdanken. Sie verstärkte sich damals auf 1500 Mann; dazu trat noch eine a 
neue Truppe, zumeist aus jungen Beuten bestehend, ins Beben, die aber nur g 
Schlapphüte und schwarze Kittel trugen, die sogenannte Schutzwache, mit a 
deren Organisation der Anfang zur Soldatenspielerei gemacht wurde. v 
Am 31. März feierte man die Eröffnung des Vorparlaments in Trank- a 
fürt durch einen glänzenden Aufzug aller städtischen und staatlichen Körper- g 
schäften, der Mitglieder der Ständeversammlung und vieler Privatleute, bei a 
der das schwarz-rot-goldene Banner zum ersten Male feierlich entrollt wurde. W 
Küfermeister Herbold trug die Fahne dem Zug voran, der sich unter den a 
Klängen mehrerer Musikkapellen vom Rathaus durch die mit den für deutsch g 
gehaltenen Farben geschmückten Straßen am Palais vorbei zum Ständehause a 
bewegte. Am Residenzschloß wurde das Banner dreimal geschwenkt, und der g 
Kurfürst und seine Gemahlin, am Fenster stehend, erwiderten den Gruß durch a 
das Riehen mit weißen Tüchern, was von der Menge jubelnd aufgenommen ö 
wurde. Das Ziel war das Ständehaus, wo unter Böllerschüssen und Fanfaren a 
vom Giebel herab auf der einen Seite die rot-weiße Fahne mit dem hessischen u 
Böwen, auf der anderen die schwarz-rot-goldene entrollt wurde. Der bisherige a 
Präsident der Ständekammer, Moritz von Baumbach-Kirchheim, hielt darauf u 
vom Balkon des Hauses herab eine kurze, der feierlichen Handlung ange- a 
messene Rede, und das Hoch, welches er am Schlüsse auf das freie, einige W 
und darum starke Deutschland ausbrachte, fand den lautesten und freu- a 
digsten Widerhall, wie nicht minder das, welches nach ihm Herbold dem Bandes- jj 
herrn widmete. Pfarrer Sallmann entwickelte nächstdem in längerer Rede a 
die Bedeutung der Feierlichkeit, der Fahnen und ihrer Farben; den Schluß g 
bildeten patriotische Gesänge, welche die Basseier Biedertafel unter Meister n 
Spohrs Bettung zu Gehör brachte. u 
6s waren hoch- und hoffnungsfreudig-bewegte Tage, an denen die besten a 
und edelsten Geister der Ration den Anbruch einer neuen Zeit, die Morgenröte v 
neuer Machtentfaltung des geeinigten Deutschen Reiches begrüßten. Bis hierher a 
floß die Bewegung rein dahin; in der Bandeshauptstadt wenigstens, während jJ 
in den kleinen Städten und auf dem Bande bald die entfesselten Beiden- a 
schäften persönlichen Charakter annahmen und sich gegen mißliebige Beamte, jj 
gegen Wucherer und gegen die bisher geübte Tlepotenwirtschaft richteten. a 
Aber auch dort kam es bald zu Ausschreitungen böser Art. Mit besorgten jj 
Blicken schaute die liberale Basseier Bürgerschaft auf die Anhänger des alten | 
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