Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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wenn ihre Forderungen nicht bewilligt worden wären. Sie ließen es sich 
jedenfalls nicht merken, sondern nach einem Hoch auf den Kurfürsten setzten 
sie ihre Klagen in Bewegung und fuhren, von tausendstimmigen Uiuats be 
gleitet, unter Fackelbegleitung durch die mit einem Schlage hell illuminierten 
Straßen zum Frankfurter Tore hinaus. Jn Cassel aber sagte man sich, daß 
ohne das energische Auftreten der Hanauer weit weniger erreicht worden wäre. 
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Am 13. März traten die Tandstände zusammen. Am 17. beauftragte 
der Kurfürst den bisherigen Oberbürgermeister uon Hanau, Bernhard Eber 
hard, mit der Bildung eines liberalen Ministeriums, darin Eberhard das Innere, 
der Oberbergrat Schwedes die Finanzen, Moritz uon Baumbach die Justiz und 
Oberstleutnant weiß das Portefeuille des Kriegswesens übernahm, während 
wippermann, der später an Schwedes’ Stelle trat, zum Tandtagskommissar 
ernannt wurde. Auch Jordan war uon den Städten an der Schwalm in die 
Ständekammer gewählt worden; am 20. März hielt er seinen Einzug in Cassel, 
der einem Triumphzug glich, und den der Gefeierte in einem Brief an seine 
in Marburg zurückgebliebene Gattin mit folgenden Worten schildert: 
„was wirst Du Dir denken, liebe Pauline, daß ich so lange nicht ge 
schrieben habe? Du wirst aber, hoffe ich, schon gelegentlich erfahren haben, 
daß ich uorgestern abend glücklich dahier angekommen bin. Zwischen Zwehren 
und Cassel holten mich Tederer, 1 ) Schwarzenberg, Herbold und Henkel aus 
dem Eilwagen und führten mich in einem uierspännigen wagen nach Zwehren 
zurück, um dort bis zur Tlacht zu uerweilen. Es wurde nämlich an dem Tage 
meiner Ankunft folgender Aufruf aus dem ,Uerfassungsfreund* uerbreitet: 
„Mitbürger! Jordan wird heute hier ankommen. Er ist sehr leidend! Seine 
durch jahrelange Kerkerhaft zerstörte Gesundheit ist durch die Aufregung der 
letzten Tage uollends erschüttert worden. Jede Aufregung kann ihm tödlich 
werden. Hütet Euren Märtyrer, Euren Heiligen! Duldet nicht, daß man ihm 
persönlich zu nahe komme! Er hat sich den aufregenden Empfang und das Ein 
holen uerbeten, bereitet ihm lieber später — wenn er im König uon Preußen 
angekommen — eine würdige Demonstration! Mitbürger uon Cassel! sorget 
für den, der so lange für Euch sorgte. 
Cassel, am 20. März 1848. Einige Freunde Jordans.“ 
„Darum unterblieb der Fackelzug usw., und ich sollte bei stiller Dacht in 
Cassel einziehen. Dessenungeachtet ward der wagen schon uor den Thoren 
1) Bierbrauer aus Marburg, Mitglied der Ständekammer. 
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