Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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§ 8 
6 die Reichenbach fei am Abend vorher, zur selben Zeit, wo man dem fürsten- 8 
c\ paare die treugemeinte Huldigung darbrachte, auf Wilhelmshöhe eingetroffen, g 
0 bemächtigte sich der Bevölkerung eine gewaltige Aufregung. Volksmassen 0 
n durchzogen mit wüstem Geschrei die Königsstrafje und schickten sich an, nach 8 
dem kurfürstlichen Sommersitze zu marschieren. Rur die straffe Haltung der 0 
Bürgergarde und des regulären Militärs verhütete ernste Ausschreitungen. 8 
0 Allein die Tumultuanten, die — wie man sich erzählte —von einer dem 0 
st Kurfürsten feindlich gesonnenen Adelspartei gedungen und aufgehetzt fein ^ 
0 sollten — hatten ihr Ziel, denselben einzuschüchtern, erreicht. Gin auf den 0 
0 11. Januar nach Wilhelmshöhe einberufener Ministerrat sprach sich dahin aus, fj 
o daß für die Ruhe in der Stadt nicht zu bürgen fei, so lange die Gräfin sich 0 
0 ° nicht definitiv entferne, und so reiste diese noch in der folgenden Tlacht über 8 
o Arolsen zurück nach Frankfurt, nicht ohne daß in den nächsten Tagen die 0 
0 ° Wegführung ihres Gepäcks, darunter man auch Effekten des Kurfürsten 8 
vermutete, wieder zu neuen Unruhen geführt hätte. 0 
st Wilhelm II. war durch die Undankbarkeit des Holkes, denn als solche 8 
0 faßte er die feindselige Haltung der hauptstädtischen Bevölkerung gegenüber 0 
0 ° seiner Herzensneigung auf, in tiefster Seele verletzt. Rachdem am 9. März 8 
der konstituierende Tandtag geschlossen war, verließ er am folgenden Tage 0 
0 ° seine Residenz, um sie nie wieder zu sehen. Gr begab sich nach Schloß Wil 
helmsbad bei Hanau, wo er mit der Gräfin und ihren Kindern zusammentraf. 0 
Alle Bittschriften des Magistrats und der Bürgerschaft waren vergeblich, und 8 
0 da er, an das automatische Regiment gewöhnt, sich ohnehin schwer in die kon- 0 
6 ° stitutionellen Formen zu finden wußte, so ernannte er am 30. September den 8 
Kurprinzen zu seinem Mitregenten und legte die Regierungsgeschäfte aus- 0 
st schließlich in dessen Hand. 8 
Die Entfernung des Kurfürsten Wilhelm II. aus unserer Stadt war 
für die handel- und gewerbetreibenden Kreise derselben ein empfindlicher 
Schlag. Als dies zum Bewußtsein kam, waren manche bereit, lediglich unter 
diesem Gesichtspunkte das Verhalten der Reichenbach gegenüber zu be- und 
zu verurteilen. Die große Mehrheit jedoch hielt trotz dem tiefen Verfall des 
Rahrungsstandes an dem sittlichen Empfinden fest, das die Beseitigung des an 
stößigen Verhältnisses verlangte, und das auch für die Rachwelt maßgebend 
geblieben ist. 
Man hat in jener Zeit manche Vorschläge gemacht, um das Erwerbs 
leben zu heben; so reichten die hiesigen Gilden im März 1831 den Tandständen 
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