Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

373 
®0<2Z>00<3>00<3S>00<S>00<S>00<32>00<S>00<S>00<3>00<®00<22>00<3S>00<S>00<3>00<S>00<*S>0© 
legte, verdächtig gemacht hatte; auch Friedrich Murhard wurde bei einem 
Besuch von Frankfurt in Hanau verhaftet. Endlich zog man von der Lasseier 
Polizeibehörde selbst den Oberpolizeiregistrator Urban, den Oberpolizei 
kommissar Windemuth und den Oberpolizeirat wende in Haft, bis schließlich 
die Hntersuchungskommisfion, vermutlich, um nicht ganz umsonst gearbeitet 
zu haben, den Oerdacht der Täterschaft auf den bis dahin allgewaltigen Chef 
dieser Behörde, den Oberpolizeidirektor v. Hanger, selbst hinzulenken wußte, 
dem man alsHotiv den Wunsch unterschob, sich durch die Briefe und die durch 
sie hervorgerufene Angst des Tandesherrn bei diesem unentbehrlich zu machen. 
Hanger erhielt aus dem Kabinett des Kurfürsten den Befehl, sich dienst 
lich nach Fulda zu verfügen, und wurde unterwegs von einer Gendarmerie 
abteilung unter Führung des Leutnants Weschke in brutaler Weise verhaftet 
und auf die Festung Spangenberg gebracht. Trotzdem die gegen ihn einge 
leitete Untersuchung keinerlei ernstliches Beweismaterial zutage förderte, 
wurde er von der vom Landesherrn eingesetzten Hntersuchungskommisfion 
(nicht von den ordentlichen Gerichten) durch Erkenntnis vom 20. November 
1827 aller seiner Ämter und Würden entsetzt und zu einer fünfjährigen Fe 
stungsstrafe verurteilt, die ein allerhöchster Kabinettsbefehl auf Lebenszeit 
verlängerte und in ihrer Ausführung wesentlich verschärfte. Doch gab ihm 
der Erlaß der Verfassung im Januar 1831 die Freiheit zurück. 1 ) 
Viel Lärm um nichts! muß man sagen. Denn schon am 4. Januar 1824 
hatte sich bei der Statue Friedrichs II. auf dem Friedrichsplatz der letzte Zettel 
gefunden, folgenden Jnhalts: „Wer sich bewußt, nichts Böses, vielmehr Gutes 
gewollt zu haben, kann sich nach dem Ausspruch des Gewissens und der Ver 
nunft beruhigen. Se. Königs. Hoheit haben den Brief vom 18. Juni 1823 
falsch ausgelegt; er enthält keineswegs die Angabe eines Hordanschlags auf 
das Leben unseres Fürsten, vielmehr muß deutlich aus ihm hervorgehen, daß 
ihn nur die uneigennützigste Vaterlandsliebe diktierte. Jener Bund hat sich 
nunmehr aufgelöst, und Se. Königs. Hoheit haben in Zukunft nichts mehr 
zu befürchten. Hit der herzlichsten Bitte um Befreiung der ganz schuldlos 
Verhafteten schreibt dieses im Angesicht des allwissenden Gottes Freimuth, 
der fein Vaterland auf ewig verlassen hat." 
8 
8 
8 
8 
8 
8 
8 
8 
8 
8 
6 
3 
6 
8 
6 
8 
8 
8 
8 
6 
8 
8 
1) Wipp»ermann: Kurhessen feit dem Freiheitskriege, S. 170f. — Manger kann 
wohl um deswillen schon nicht als Verfasser der Drohbriefe oder als intellektueller Ur 
heber derselben in Betracht kommen, weil im ersten derselben der Grlaf} einer Verfassung 
uom Kurfürsten verlangt wird, ein Mann in seiner Stellung aber an einer solchen nicht 
nur kein Jnteresse haben konnte, sondern geradezu dadurch in feiner unverantwortlichen 
Stellung unmöglich wurde. 
§O<j^OO<3S>OO<3£>OO<3£>OO<3Z>CO<3S>OO<3Z>OO<3Z>OO<3S>OO<3Z>OO<*Z>OO<*2>OO<S2>OOC3Z>OO<32>O0<3Z>O® 
8 
8 
8 
6 
8 
8
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.