Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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richtsbezirk in zwei Kantone, die durch eine Onie vom Martinsplah durch 
die obere Narktgasse und die lUildemannsgasse herunter zum Schloß geschieden 
waren. Der Friedensrichter des einen Kantons hatte fein Amtslokal im PTefj- 
haus auf der Oberneustadt, der andere im Kenthof. Dem PTaire, welcher 
als Repräsentant der Hauptstadt eines Königreichs größere Repräfentations- 
pflichten hatte, behagte die Wohnung in den engen Strafen der Altstadt 
wenig. Die Stadtverwaltung wurde daher ganz aus die Oberneustadt verlegt 
und das dortige Rathaus zur Plairie, in der der erste Beamte derselben auch 
seine Wohnung erhielt. Das Altstädter Rathaus wurde als solches ausgegeben, 
es wurde Sitz des Kriminalgerichts (1808). Diese Veränderung hatte leider 
einen großen und unersetzlichen Verlust für die Geschichte hiesiger Stadt zur 
Folge, indem vor dem Umzug der größte und wertvollste Teil des städtischen 
Archivs, nachdem dieses sich glücklich aus dem Dreißigjährigen Kriege ge 
rettet hatte, der Vernichtung preisgegeben wurde, was brauchte die neue 
Zeit auch von der alten noch zu wissen? Unter diese hatten die Revolution 
und das Kaiserreich einen Strich gemacht, und die neue Verwaltung schien 
damit über alle Erschütterungen hinaus fest gefügt. 
Jm Jahre 1811 glaubte Jerörne sogar sich bis zu dem Grade über die 
Empfindungen seiner guten Casselaner hinwegsetzen zu dürfen, daß er den 
Plan faßte, das Domkapitel von Paderborn in feine Residenz zu verlegen und 
die St. Pfartinskirche in eine katholische Kathedralkirche zu verwandeln. 
Erst ein energisches Quosego! seines Bruders im Oktober 1812 gab hier Be 
ruhigung. 1 ) 
Wenn trotzdem und trotz Festen, Trinksprüchen und Feiertagsstimmung 
viele noch an dem Glauben des früheren oder späteren Zusammenbruchs des 
westfälischen Staatsgebäudes festhielten, so bekam ihre Hoffnung plötzlich 
eine neue Nahrung. Denn wie eine höhere Warnung, wie ein Fingerzeig von 
oben fiel es in all das bunte Geben und Treiben zumal des sittenlosen Hofes, 
als in der Tlacht vom 23. auf den 24. November 1811 das Feuer im alten 
Gandgrafenschlosse ausbrach und mit rasender Schnelligkeit den nach der 
Stadt zu gelegenen Nordwestflügel des altehrwürdigen Gebäudes in Asche 
legte. Es zeigte sich zuerst in den Gemächern des Oberhofmarschalls PTey- 
ronnet, genannt Graf von Wellingerode. Der König, dessen Gemächer ge 
rade über denen des Hofmarschalls lagen, hatte halb erstickt kaum noch die 
1) HenH: lüas zwei Casseler Kirchen in Tüestfäl. Zeit erlebt haben. 
Anzeiger 1912, Tlr. 24 u. 25). 
(Hanauer 
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