Volltext: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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teils damit das frühere Regime recht in den Schatten gestellt werde. So war 
man eines seltenen Schauspiels gewärtig, und nur vom Himmel hing es ab, 
welches Wetter er dazu biete. 
Am 9. Dezember war starker Schnee gefallen, und auch am Vormittage 
des 10. sah es trübe und nebelig aus, als unter dem Befehl des polnischen 
Generals Grambinski um M»10 Uhr vormittags die ganze Garnison auf dem 
Priedrichsplaße zusammentrat. Das reguläre Plilitär, das die Besatzung von 
Cassel bildete, bestand aus Polen zu Putz und zu Pferd. Dazu trat weiter 
an das hiesige Bürgerschützen-Bataillon zu Putz, die berittene Bürgerschützen 
garde, die adelige Tlobelgarde und eine Bürgerehrengarde, ebenfalls zu Pferde. 
Den jungen Herrscher abzuholen, setzte sich der Zug nach der Tlapoleonshöhe 
in Bewegung. Hundert polnische Ganzenreiter eröffneten ihn, die Garden 
folgten, während die übrigen Ganzenreiter von dem am Priedrlchsplatze der 
Prankfurterstratze gegenüber aufgebauten Triumphbogen diese hinauf bis 
zum Weitzensteinertor Spalier bildeten. Die Geib-Gskadron der Polen aber 
nahm als Ehrenwache mit der Standarte am Residenzschlotz zu beiden Seiten 
desselben Aufstellung, zusammen mit dem ersten polnischen Ginien-Jnfanterie- 
regiment, unter dem Kommando der beiderseitigen Obersten. Die Artillerie 
hatte ihre Geschütze teils auf dem Priedrichsplatz, teils vor dem Auetor auf 
gefahren, um den Zug mit Kanonendonner zu begrüßen. 
Da um V 2 12 Uhr kracht der erste von 50 Schüssen vom Priedrichs- 
platze her, zum Zeichen, daß der Zug sich in Bewegung fetze. Und siehe — 
schreibt der Moniteur uniuersel — das Wunder, den Pranzosen so vertraut, 
verläßt auch unfern König nicht. Der Wolkenschleier zerreißt, der Himmel 
wird mit einem Schlage heiter, und die Sonne, vom Uebel befreit, umstrahlt 
mit ihrem Gicht das glänzende Schauspiel. Dieser unerwartete Wechsel, sagt ein 
anderer der phrasenreichen Berichterstatter jener Zeit, ward von den Ein 
wohnern lebhaft begrüßt, und in die Gefühle der Giebe beim Anblick ihrer 
Herrscher mischt sich die Vorstellung abergläubischer Bewunderung. 
Der Zug, vom hellen Sonnenlichte umflutet, nähert sich dem Tore der 
Stadt in folgender Ordnung: ein Detachement von 50 polnischen Ganzen 
reitern eröffnet ihn. Dann folgen zwei sechsspännige königliche Wagen, im 
ersten die Nitglieder der königlichen Regentschaft, die neuernannten provi 
sorischen Ninister Simdon, Gagrange, Beugnot und JoUiuet; im anderen die 
königlichen Oberhofchargen. Hierauf kommt, voran ein Trompeterkorps, 
die Bürgerschützengarde zu Pferd mit ihrer Standarte, auf welcher das Lasseier 
Stadtwappen. 'Jenen schließt sich an die hohe Generalität nebst dem General 
stab der Garnison. Tlun rollt die königliche Staatskarosse heran. Die Naje- 
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