Volltext: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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liefern. Die Kriegsbeute war enorm, so groß, daß die Feinde selbst davon 
aufs höchste überrascht waren. Don den Kossen aus dem kurfürstlichen Marstatl 
eignete sich Flortier zunächst drei der schönsten an, die übrigen wanderten nach 
Mainz. Ebendahin fand auch alles seinen Weg, was die Zeughäuser bargen; 
der Bestand an Beschützen und sonstigen Waffenvorräten, der hier gefunden 
wurde, bewies den Franzosen, daß das Hessenland den Kuf eines modernen 
Sparta nicht mit Unrecht genotz. Allein 80000 Bewehre, und alle in gutem 
Zustande, wurden vorgefunden. Mehr als 2000 Klagen waren nötig, diese 
Klaffen nach Mainz zu transportieren. 
Es ist wohl verständlich, wenn die Franzosen alles, was das fand in 
seinen Zeughäusern und Magazinen barg, als Kriegsbeute betrachteten. 
Wenn aber Napoleon unterm 5. November dem Bouverneur befahl, auch 
alle Möbel, Statuen und Effekten der fürstlichen Schlösser nach Mainz zu 
schaffen, so vergriff er sich damit am Privateigentum des Fürstenhauses 
und beging einen gemeinen Diebstahl. Derartige Unterscheidungen hat er 
freilich nie gemacht. 
Diel des Unersetzlichen ist damals verloren gegangen, das bei größerer 
Uoraussicht der hessischen Landesregierung, und wenn ihr Oberhaupt weniger 
geizig gewesen wäre, sich hätte retten lassen: man denke nur an das alte 
Silbergeschirr, das auf der Sababurg eingemauert war und, nachdem es den 
Feinden ausgeliefert worden, in Mainz eingeschmolzen wurde. Nur der Be 
stechlichkeit des ßouverneurs Eagrange und der Entschlossenheit des hes 
sischen Obersten Mensing war es zu danken, daß das in Wilhelmshöhe ver 
borgene große Dermögen des Kurfürsten gerettet wurde. 1 ) 
7m Frieden von Tilsit (6. Juli 1807) ward die Depossedierung Wil 
helms I. ausgesprochen, aus seinem Land — mit Ausnahme der Brafschaft 
Hanau — und aus angrenzenden Teilen von Westfalen, Südhannover, Braun 
schweig und der preußischen Provinz Sachsen wurde ein neues Königreich 
Westfalen gebildet, zu dessen Herrscher der Kaiser der Franzosen seinen jüngsten 
Bruder Jcröme ausersehen hatte. Dieser damals 23 jährige Jüngling ging 
darauf, nachdem feine in Amerika geschlossene Ehe mit Julie Patterson vom 
Kaiser für ungültig erklärt worden war, am 22. August 1807 zu Paris eine 
zweite Heirat ein mit Katharine, der Tochter des Königs Friedrich von 
1) S. Brunner, H.: General Cagrange als Gouverneur uon Hessen-Cassel, 
Cassel, 1897. 
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