Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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archalischen Schlufjuermahnung, nahm die gesamte Begleitung, das Militär 
ausgenommen, die Hüte ab. Sobald der Harne des Tandesherrn genannt 
ward, präsentierte das Detachement des Bürgerschützenbataillons, das den 
Kreis zu formieren hatte, das Gewehr, und nach geschehener Verlesung zog 
auch der Herold den Hut ab und rief ein dreimaliges „Uiuat hoch der Kur 
fürst!“ Dann ging der Zug weiter zu allen Blätzen der Stadt, wo in gleich 
mäßiger UJeise die feierliche Kundgebung stattfand. 
Hm 8 Uhr hatten sich sodann alle Behörden, das Offizierkorps, die Depu 
tierten der hessischen Tandstände unter Dorantritt des Erbmarschalls, dann 
die übrigen hessischen Erbämter, die Oberuorsteher und die Vertreter der 
Ritterschaft, desgleichen die Deputierten der beiden Tandesuniuerfitäten, 
endlich der Magistrat der Stadt Cassel zur feierlichen Audienz versammelt. 
Tlach dieser, etwa gegen 10 Uhr, erfolgte der große und imposante Zug zur 
St. Martinskirche. Sobald die Glocke der Schloßkirche das Zeichen gab, fielen 
alle Glocken der Stadt in feierlichem Geläute ein. Das große Tor des Schlosses 
nach dem Graben zu öffnete sich, und langsam bewegte sich der Zug den Stein 
weg hinauf zum Friedrichsplatz, dann vor dem Museum her in die Königs 
straße einbiegend, überschritt er den Königsplatz und gelangte von da aus zur 
Martinskirche. Auf diesem ganzen Wege formierte die Garnison doppeltes 
Spalier und ließ die Fahnen, die in der alten und neuen Welt so oft im Kugel 
regen gestanden hatten, jetzt lustig und friedlich im Morgenwinde flattern. 
Die Geduld der Zuschauer wurde auf eine nicht geringe Probe gestellt, ehe der 
kurfürstliche Wagen zu erblicken war. 7?tzt endlich erscheint der Erbmar 
schall des Tandes Hessen, der Freiherr Riedesel zu Eisenbach. Er trägt den 
Kurhut auf einem karmoisin-samtnen, reich mit Gold gestickten Kissen, rechts 
und links von ihm schreiten zwei andere Kavaliere, die hessische Erbämter 
bekleiden. 7hm folgen ein paar Reiter, dann die Flügeladjutanten und endlich 
des Kurfürsten Generaladjutant, Oberst von Motz, alle diese hoch zu Roß. 
lind nun rollt feierlich Serenissimi Electoris Staatskutsche, mit acht 
Schimmeln bespannt, heran. Heben dem Kurfürsten der Kurprinz. 'Jm Tritte 
rechts und links stehen zwei seibpagen; rechter Hand neben dem Schlag 
reitet der Vizeoberstallmeister von Gilsa, linker Hand der Kammerherr vom 
Dienst. Vier Täufer begleiten den Wagen, zu dessen Bedeckung auf beiden 
Seiten noch die erst kürzlich errichtete Schweizergarde unter Führung ihrer 
Offiziere in zwei Kolonnen einherschreitet. 
7m nächsten Wagen, der ebenfalls mit acht Rossen bespannt ist, fitzt die 
Kurfürstin, ihr zur Seite die Kurprinzessin; rechter Hand am Schlag reitet 
ihr Oberhofmeister von Moltke, zur Tinken der Kammerherr von Buttlar. 
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