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⁊
VIII.
Die Festungszeit.
ieder einmal war ich auf dem
Wege nach Hanau. Nicht wie
ehemals in der Thurn und
Taxis'schen Postchaise, nein,
schon per Eisenbahn nahte ich
mich — nach zweijähriger Abwesen⸗
heit — freudig bewegten Herzens
dem alten Nest. Wie die meisten
Menschen im gleichen Falle gedachte
ich nur der Freunde und Freuden,
die meiner harrten, nicht daran, daß
mancher fehlte im trauten Kreis;
nicht daran, daß wie einst, so auch
in Zukunft, Trübes und Frohes in
wechselnder Mischung mir bevorstand.
Damals, in urewiger Vorzeit, als die Menschen
die Wohnung im Paradies gekündigt erhielten
und abziehen mußten, hat sich Eva sicher noch
einen Strauß schöner Blumen vorher gepflückt.
Der Engel aber mit dem feurigen Schwert, der
gerade die Wache hielt, hat ein Auge zugedrückt
und gutmüthig 'nen anderen Weg gesehen, so daß
Frau Eva die Blumen durchschmuggeln konnte.
Die Kinder Evas aber pflanzten diese Blumen
in ihre Gärten. So haben sie sich erhalten bis
auf den heutigen Tag, als wahre Paradiesgaben.
Oder ist es nicht etwas Wunderbares, daß wir