Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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Das; diese Jnschrift nicht so zu verstehen ist, als habe Nonnot alle Ar 
beiten erst im Jahre 1728 gefertigt, bedarf ebensowenig eines Beweises, als 
das; die Reliefs nicht sämtlich in 1720 entstanden, wenn sie auch diese Jahres 
zahl tragen. Hier haben wir für sie den terminus a quo und dort den ad quem. 
Und selbst wenn Nonnot, wie zu vermuten steht, die fünf obengenannten 
Reliefbilder im Jahre 1720 angefangen mit aus Rom brachte, die fünf weiteren 
kann er erst in Cassel gefertigt haben. 6s find dies: der Flufjgott Alpheus, 
wie er die Tlymphe Arethusa im Bade überrascht, — die Verwandlung der 
Daphne in einen Lorbeerbaum — Venus, von Tlajaden aus dem Schaume 
gehoben, und die Entführung der Europa durch den in einen Stier verwan 
delten Zeus, sowie endlich das Reliefmedaillon der Landgräfin Narie Amalie. 
Von ihnen ist in der dem Landgrafen vorgelegten Spezifikation noch gar keine 
Rede, ebenso wie von den Statuen der Ninerua und der Flora, mit denen 
erst die jetzt vorhandene Zwölfzahl voll wurde, und sie sind sonach auch nicht 
in dem Preis der 25000 Rtlr. mit einbegriffen. 1 ) 
Eine andere Frage dagegen ist es, ob die beiden letztgenannten Statuen 
von Nonnot selbst herrühren. Sie find unbezeichnet und sollen erst nach dem 
Jahre 1730, also nach Landgraf Karls Tode, in das Bad aufgenommen worden 
fein. Die Angabe ist unbelegt, aber keineswegs unglaubhaft, und die oben 
mitgeteilte Jnschrift würde, weil sie bereits 1728 gesetzt worden, nicht dagegen 
sprechen. 1 2 ) Nonnot, der nach Vollendung des Bades nach Rom zurückkehrte, 
wo er 1733 starb, könnte die Statuen freilich auch dort noch gefertigt haben. 
Die eigentliche Bauausführung lag, wie schon bei dem Orangerieschlofj, 
auch beim Narmorbad in den Händen des Hof-Steinmetzmeisters Haffner. 
Nach dem 9. Juli 1722 begonnen, war der Bau im Herbst 1724 bis zum Haupt 
gesims und Architrav gediehen, kam aber aus Nangel an Geld öfters ins 
Stocken. Wenn auch 1728 im großen und ganzen fertiggestellt, wird das Haus 
1) 7m Verhältnis berechnet, hätte Nonnot im ganzen 35800 Rtl. erhalten müssen. 
Die von Rommel, Bd. 10, S. 154 f., angegebene Summe von 44000 Talern, die der Künstler 
für die zehn Statuen bekommen hätte, löst sich natürlich als Druckfehler (14000) auf. 
2) Narchand: Geschichte des Narmorbades, S. 14. Hiermit stimmt die Angabe 
Bandaus a. a. O., S. 14: daß die zwei Statuen, die Bacchantin und die Ninerua, nicht 
von Nonnot, sondern von einem unbekannten Neister gefertigt seien, teilweise wenigstens 
überein, nur hätte er statt der Bacchantin die Flora fetzen sollen. Denn wenn die 
Ninerua in Nonnots Spezifikation von vor 1720 nicht mit auf gezählt wird, so nennt er 
die Bacchantin dagegen ausdrücklich. Und wenn Landau auf S. 12 (einer Schrift sagt, 
daß die Ninerua ebenso wie Apollo und Nerkur den Anfertigungsvermerk „Rom 1698“ 
trage, so ist dies ein Irrtum des sonst so gewissenhaften Forschers. Die Ninerua ist ebenso 
wie die Flora unbezeichnet. 
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